Prädikat: einzigartig

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Nummer 112 - Bochum, 110.08.2016

Prädikat: einzigartig

Der leuchtende, klingende, duftende Dom

Games, Musik, Entertainment – und mittendrin ein ebenso ruhendes wie strahlendes Kraftpaket. Wenn im August die Gamescom, die Videodays und das Cityfestival in Köln steigen, wird der Dom zu einer besonderen Anlaufstelle.

Dass drei Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) aus so unterschiedlichen Bereichen wie Katholische Theologie, Maschinenbau und Biologie sich zusammenschließen, ist schon ungewöhnlich. Dass sie dabei Kooperationspartner des Kölner Domkapitels sind und gemeinsam den Dom mit Ausdrucksmitteln der Jugendkultur inszenieren, verdient das Prädikat „einzigartig“.

Der Dom als Server

Im Projekt „SilentMOD“ wird ein leuchtender, klingender, duftender Dom alle Sinne ansprechen – vor allem die der jungen Gamer, die zur Computerspielmesse Gamescom nach Köln kommen. Am Wochenende vom 18. bis 20. August werden rund 400.000 Besucher in der Stadt erwartet. Zeitgleich finden dort die Videodays statt, Europas größtes Youtuber-Treffen, und das Gamescom-Cityfestival am Kölner Ring.

Die Projektpartner wollen das Event-Wochenende nutzen, um den Kölner Dom als Deutschlands größte Kirche und religiöses Wahrzeichen Nummer eins ganz neu erfahrbar zu machen – als ruhenden Pol in einer bewegten Stadt, als Raum für Krafterfahrung oder in der Sprache der Gamer eben: als Server.

Vielschichtiges Event

Das Team von Prof. Dr. Matthias Sellmann vom Zentrum für angewandte Pastoralforschung (ZAP) der RUB plant in enger Absprache mit der Hohen Domkirche unter Federführung von Dompropst Prälat Gerd Bachner die inhaltliche Gestaltung des Projekts. Dazu zählen eine Lichtinstallation außen und innen, ein 3D-Videomapping an der Eingangspforte („Pforte der Barmherzigkeit“), Livemusik und ein ganz spezieller Duft.

Die künstlerische Leitung liegt bei Rupert König und Dr. Marius Stelzer, beide Pastoralreferenten im Bistum Münster. Marius Stelzer ist zudem wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bochumer ZAP. Aufgrund ihrer Expertise im Arbeitsbereich von Kunst und Jugendkultur im Bistum Münster holte Prof. Sellmann beide für dieses Projekt ins Boot. Projektmanager ist Michael Swiatkowski (ZAP).

Neue Idee geistlicher Musik

Für den Soundtrack engagierten Stelzer und König die prominenten DJs „Blank and Jones“. Die Musik, live aufgelegt, interpretiert als Mischung aus Ambient, Minimalismus und Electronica eine neue Idee geistlicher Musik.

Im Laufe der konzeptionellen Arbeiten konnten König und Stelzer zusammen mit Prof. Sellmann zwei weitere Lehrstühle der RUB für einzelne Projektbereiche des künstlerischen Gesamtkonzepts gewinnen: den renommierten Riechforscher Prof. Hanns Hatt und den Ingenieur Prof. Bernd Kuhlenkötter.

Ein Duft für den Dom

Incense 2.0 – in Anlehnung an das lateinische Wort für Weihrauch (Incensum) schlägt der „Domduft“ eine Brücke zwischen der ursprünglichen Bedeutung von Kirche und dem modernen, digitalen Zeitalter. Der Duft ist jung, aber auch traditionell, er steht gleichermaßen für geistige Frische, für das Gefühl von Erhabenheit und Besinnung auf sich selbst – Kontemplation.

Er enthält natürlich Komponenten aus hochwertigem Weihrauch (Olibanum) – das war ein Muss – sowie kostbare moschusähnliche Stoffe und weiche, entspannende Bestandteile wie Linalool, Vanillin oder Orangenöl, würzige Noten wie Myrrhe und vieles mehr.

Die Mischung des Duftes beruht auf zwei Jahrzehnten Riechforschung an der RUB. Das Team um Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt erforscht die Wirkung auf Zellen und Rezeptoren vieler enthaltener Komponenten – beispielsweise von Hedion, einem „menschlichen“ Kommunikationsduft. Der bekannte Parfümeur Marc vom Ende kreierte aus den Substanzen eine wohlriechende Mischung, die die Firma Symrise eigens für die Installation im Dom produziert.

Aufbauen konnte Prof. Hatt auf den guten Erfahrungen mit dem Duft „Knowledge“, den er zusammen mit anderen Partnern zum Jubiläum „50 Jahre RUB“ für die Ruhr-Universität entwickelte. Binnen eines Jahres avancierte er zu einem großen Erfolg und echten Verkaufsschlager.

Robotertechnik und die Heiligen Drei Könige

Bei einem weiteren Teilprojekt kommen modernste Robotertechnik und das Know-how vom Lehrstuhl für Produktionssysteme der RUB zum Einsatz. Da der Kölner Dom der Ort der Heiligen Drei Könige ist, sollen diese den Besuchern des Domes Wegweiser sein. Das erfolgt zum einen durch drei Lichttunnel, die die Länge des Raumes durchmessen. Zum anderen werden im Innenraum des Doms drei Industrieroboter aufgestellt, die jeweils für einen der Sterndeuter stehen.

Die klassische Aufgabe der Heiligen Drei Könige als Sterndeuter ist es "Christus zu suchen und zu finden“. Sie weisen auf Christus hin. Jeder Roboterarm wird mit einem speziellen Laser-Licht-Modul ausgestattet, mit dessen Hilfe sich der weite Innenraum absuchen und erschließen lässt, um dann immer wieder zu dritt den Fixpunkt am Kreuz in der Apsis des Domes zu finden.

Stern von Bethlehem 2.0

Diese Konstellation ist in kurzen, regelmäßigen Abständen der Ausgangspunkt für eine Laser-Supernova, einen „Stern von Bethlehem 2.0“, der in den Kirchenraum hinein strahlt. Prof. Dr. Bernd Kuhlenkötter und sein Team werden bei der Umsetzung unterstützt vom Institut für Forschung und Transfer (RIF) und dem Roboterhersteller Kawasaki Robotics.

Stand-by-Licht und lange Öffnungszeiten

Ergänzt wird die Lichtinstallation im Innern durch Lichtzeichen außen. Wenn es dunkel wird, geht von den beiden Turmhelmen ein pulsierendes, blaues Licht aus. In Amplituden von etwa 90 Sekunden wird das blaue Licht einem Dimmer ähnlich intensiviert und wieder abgeschwächt. Diese diskrete Illumination simuliert das Stand-by-Licht eines PC-Towers: Weithin sichtbar strahlt der Dom seine ruhende Kraft aus – wie in einer Art „Ruhemodus“ der Stadt.

An den drei Abenden des 18., 19. und 20. August 2016 ist der Kölner Dom zusätzlich zu besonderen Zeiten geöffnet: von 22 bis 2 Uhr nachts.

Einladung zur Preview

Am Vorabend des Events, am Mittwoch, 17. August 2016, ab 22 Uhr gibt es für Vertreter der Medien die Möglichkeit, Film- und Fotoaufnahmen bei einer Preview zu machen. Sie sind herzlich eingeladen. Die Dreh- und Fotogenehmigungen erteilt das Pressereferat der Dombauhütte Köln: pr@dombau-koeln.de

Redaktion

Jens Wylkop
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Zum Gesamtprojekt:

Matthias Deml, Metropolitankapitel der Hohen Domkirche Köln, Dombauhütte, Pressereferat, Tel.: 0221 17940 321
pr@dombau-koeln.de

Prof. Dr. Matthias Sellmann, Michael Swiatkowski, Zentrum für angewandte Pastoralforschung, Katholisch-Theologische Fakultät, Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234 32 25662, -21386
michael.swiatkowski@rub.de

Dr. Marius Stelzer, künstlerische Leitung des Projekts, Bischöfliches Generalvikariat Münster und ZAP (RUB), Tel.: 0251 495 1328, 0234 32 25667
marius.stelzer@rub.de

Zum Duft:

Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt, Lehrstuhl für Zellphysiologie, Fakultät für Biologie und Biotechnologie, Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234 32 24586
hanns.hatt@rub.de

Zur Roboterinstallation als Teil der Lichtinstallation:

Prof. Dr. Bernd Kuhlenkötter, Paul Glogowski, Lehrstuhl für Produktionssysteme, Fakultät für Maschinenbau, Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234 32 26308, -28562
glogowski@lps.ruhr-uni-bochum.de

 

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