Effektive Erholung im Spitzensport

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Nummer 109 - Bochum, 02.08.2016

Effektive Erholung im Spitzensport

Wie sich Athleten gut regenerieren

Was macht ein Olympia-Athlet eigentlich nach seinem Wettkampf? Er läuft noch eine gemütliche Runde, geht in die Sauna oder zur Massage. Wie sich das auf seine Leistung auswirkt, haben Sportwissenschaftler erforscht.

In einem Verbundprojekt haben die Bochumer Forscher Prof. Dr. Alexander Ferrauti und Prof. Dr. Michael Kellmann untersucht, wie sich Athleten nach anstrengenden Trainings- und Wettkampfphasen am besten regenerieren. Mit Blutuntersuchungen, Fragebögen und Leistungsprüfungen haben sie verglichen, wie verschiedene Erholungsmaßnahmen auf Spitzensportler wirken und ob es besonders effektive Regenerationsstrategien für bestimmte Sportarten gibt. Ihre Ergebnisse sollen Sportlern und Trainern helfen, unterschiedliche Erholungsmaßnahmen für die Praxis gezielt auszuwählen.

Athleten als Probanden

Das Forscherteam besuchte Spitzensportler in ihren Trainingslagern und Olympiastützpunkten. Unter anderem nahmen die deutschen Gewichtheber und die Volleyball-Nationalmannschaft der Männer teil. Mit motorischen Tests wie Sprungtests hielten die Bochumer Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit der Athleten kurz nach einem intensiven Training und nach der Erholungsphase fest. Hat sich ein Sportler besonders gut erholt, kann er effizienter springen als direkt nach dem Training. Die Wissenschaftler konnten so untersuchen, ob und wie durch verschiedene Regenerationsstrategien die Leistung wieder ansteigt. Zusätzlich zu den Leistungstests führten die Wissenschaftler Blutuntersuchungen nach den Trainingseinheiten und der Regeneration durch. Im Blut steigt unter anderem der Wert des Muskelenzyms Creatinkinase an. Das Enzym ist ein Indikator für Muskelkater. Muskelkater entsteht durch kleinste Verletzungen in den Muskelzellen. Erst nach mehreren Tagen fallen die Enzymwerte wieder ab.

Rudern, Massage oder Eisbad

Zu den geprüften Erholungsstrategien zählen aktive Erholung zum Beispiel durch Auslaufen oder Rudern. Andere Maßnahmen wie Massage, Eisbad oder einfaches Ausruhen untersuchten die Wissenschaftler ebenfalls. Fazit: Es gibt keine Erholungsstrategie, die allgemeingültig zu empfehlen ist. „Regeneration ist ein sehr individueller Prozess“, sagt Kellmann. Die Maßnahme, die der Sportler bevorzuge und die zu seiner Sportart passe, solle er anwenden.

Wissen für die Praxis

Im Projekt „Regenerationsmanagement im Spitzensport – Regman“ arbeiten die Bochumer Wissenschaftler zusammen mit Prof. Dr. Mark Pfeiffer (Universität Mainz) und unter der Leitung von Prof. Dr. Tim Meyer (Universität des Saarlandes). Das Projekt wurde unter anderem durch den Deutschen Olympischen Sportbund angeregt und ist vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft gefördert.

Nach dem Projektabschluss Ende 2016 verfolgen die Bochumer Wissenschaftler ihre Forschung im Regenerationsmanagement weiter. „Wir wollen eine Toolbox mit Maßnahmen für unterschiedliche Sportarten zusammenstellen“, sagt Kellmann. Die Strategien sollen damit sportartenspezifisch bewertet werden. Sportler und auch Trainer können sich so gezielter für bestimmte Maßnahmen entscheiden.

Ausführlicher Artikel in Rubin

Einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema lesen Sie in Rubin, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität. Texte auf der Webseite und Bilder aus dem Downloadbereich dürfen unter Angabe des Copyrights für redaktionelle Zwecke frei verwendet werden.

Redaktion

Katharina Gregor
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Prof. Dr. Alexander Ferrauti, Lehrstuhl für Trainingswissenschaft, Fakultät für Sportwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234 32 22451
alexander.ferrauti@rub.de

Prof. Dr. Michael Kellmann, Lehrstuhl für Sportpsychologie, Fakultät für Sportwissenschaft Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234 32 28448
michael.kellmann@rub.de

 

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