Mit Lösungsmitteln die Umwelt verbessern

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Nummer 75 - Bochum, 19.05.2016

Mit Lösungsmitteln die Umwelt verbessern

Eröffnung des Forschungsbaus Zemos

Wer Zucker in den Kaffee mischt, setzt einen chemischen Prozess in Gang: die Solvatation. Forscher versuchen, diesen Prozess genau zu verstehen – denn mit dem Wissen könnten sie in Zukunft die Umwelt verbessern.

Viele Forscher unter einem Dach: Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat am 19. Mai 2016 ihren ersten Forschungsbau eröffnet. Das „Zentrum für molekulare Spektroskopie und Simulation solvensgesteuerter Prozesse“ (Zemos) führt Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen zusammen.

Land und Bund fördern innovativen Forschungsansatz

„Die Einweihung von Zemos ist ein Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit zwischen dem Bund und dem Land NRW“, sagt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Denn rund 44 Millionen Euro für den Bau, die Ersteinrichtung und Großgeräte für die Forschung haben Bund und Land NRW jeweils zur Hälfte gefördert. „Mit Zemos zeigt sich eindrücklich die Fortentwicklung moderner Schlüsseltechnologien. Der Bau leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Forschungsstandortes Deutschland“, so Rachel.

Wissenschaftsministerin lobt erfolgreiche Forschung

Vor rund zwei Jahren legte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze den Grundstein für das Gebäude. Zur feierlichen Schlüsselübergabe war die Ministerin erneut zu Gast auf dem Bochumer Campus. „Ich freue mich sehr, dass Zemos heute eröffnet wird“, so die Ministerin. „Die RUB ist maßgeblich am überaus erfolgreichen Ruf von NRW als Wissenschafts- und Forschungsstandort beteiligt. Die Forschungsarbeiten in diesem neuen Gebäude werden dazu beitragen, diesen guten Ruf weiter auszubauen.“

Das wird in Zemos erforscht

Die Solvatation, das Lösen einer chemischen Substanz, kennt jeder aus dem Alltag: Bereitet man einen Kaffee zu, lösen sich über 400 chemische Bestandteile des Kaffees im Wasser – so entsteht das Aroma. Was genau bei solchen Prozessen auf molekularer Ebene passiert, untersuchen Forscher an der RUB. Die Solvatation ist einer der grundlegendsten Vorgänge in der Chemie, in der chemischen Verfahrenstechnik und in der Biologie. Doch ein tief greifendes Verständnis dieses Vorgangs fehlt bislang.

Das soll sich mit Solvation Science ändern: Das neue, fachübergreifende Forschungsfeld bildet die Schnittstelle zwischen Chemie, Physik und Biologie. „Die Ruhr-Universität macht mit Zemos einen großen Sprung auf dem Weg in die Weltspitze dieses sich rasant entwickelnden Forschungsgebiets“, sagt Prof. Dr. Axel Schölmerich, Rektor der Universität. „Das neue Gebäude ermöglicht uns den weiteren Ausbau des interdisziplinären Forschungsschwerpunktes an der RUB.“

Experten arbeiten unter einem Dach

Etwa 100 Forscher verschiedener Fachrichtungen arbeiten gemeinsam in dem neuen Gebäude: Zemos führt Arbeitsgruppen zusammen und bietet Raum für Nachwuchsgruppen und internationale Gastwissenschaftler. So werden Expertisen und Techniken konsequent unter einem Dach gebündelt. „Mit Zemos wird an der RUB das erste international sichtbare Zentrum für Solvation Science errichtet“, sagt Prof. Dr. Martina Havenith, Direktorin von Zemos.

Das neue Gebäude ist außerdem ein elementarer Bestandteil des Verbunds Resolv (Ruhr Explores Solvation) mit Martina Havenith als Sprecherin. Das Exzellenzcluster, das seit 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, findet in Zemos seine neue Heimat. Die Wissenschaftler untersuchen, wie genau das Lösungsmittel eine Reaktion beeinflusst. Um diesen komplexen Sachverhalt grundlegend zu verstehen, beschäftigen sie sich mit vielen speziellen Teilproblemen – in einem sogenannten „bottom-up“-Ansatz.

Diese Forschungen können dabei helfen, gesellschaftlich relevante Schlüsseltechnologien zu entwickeln, industrielle Prozesse zu optimieren, Umweltbelastungen zu vermindern und die Energieeffizienz zu verbessern.

Die Architektur: Transparenz und Verbindung

Der Baukörper von Zemos ist kubisch und kompakt. Das Gebäude hat eine Nutzfläche von rund 4.000 Quadratmetern. Transparenz und Verbindung sind die Leitthemen: Mit einer modernen Glasfassade öffnet sich der Haupteingang des Forschungsbaus nach Nordosten. Die zentrale Eingangshalle verbindet die drei Geschosse über einen großzügigen Luftraum. Rund um den Luftraum der Eingangshalle kann der Blick durch Glasfronten in die verschiedenen Nutzungsbereiche schweifen. Brücken verbinden die verschiedenen Arbeitsbereiche, die neben Büros und Labors auch viel Platz bieten, um sich auszutauschen und zu diskutieren.

Hand in Hand

Der Bauherr von Zemos ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW. Die Geschäftsführerin Gabriele Willems betont: „Der Forschungsbau Zemos war ein Projekt mit hohen baulichen Anforderungen und einem engen Zeitplan, bei dem wir den Zeit- und Kostenrahmen eingehalten haben.“ Dieses gute Ergebnis sei durch die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der RUB, dem BLB NRW und den von ihm beauftragten Planungsbüros und Bauunternehmen gelungen. Das architektonische Konzept stammt aus der Feder des Architekturbüros PASD; das Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner hat die Baugewerke ausgeschrieben und den Bau durchgeführt.

Redaktion

Sabrina Kauschke
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Prof. Dr. Martina Havenith Lehrstuhl Physikalische Chemie II Fakultät für Chemie und Biochemie Ruhr-Universität Bochum Tel.: 0234 32 24249
martina.havenith@rub.de

 

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Moderne Glasfassaden und farbliche Akzente bestimmen den Haupteingang des Forschungsbaus Zemos.

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v.l.n.r.: Thomas Rachel (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung), Prof. Dr. Martina Havenith, NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Gabriele Willems (Geschäftsführerin BLB NRW)

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Großzügige Loungebereiche bieten Platz für Austausch und Diskussion.

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