Neue Membran für die Wasserelektrolyse

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Nummer 4 - Bochum, 07.01.2016

Neue Membran für die Wasserelektrolyse

Reinen Wasserstoff mit geringem Energieaufwand produzieren

Bochumer Projekt Membrasenz für die KlimaExpo.NRW ausgewählt

Wasserstoff könnte sich in Zukunft mit weniger Energieaufwand und höherer Reinheit produzieren lassen – dank einer Membran aus einem neuen Kompositmaterial, das ein Team am Zentrum für Elektrochemie der Ruhr-Universität Bochum entwickelt hat. Das Land NRW wählte das Projekt Membrasenz für die KlimaExpo.NRW aus.

Vorreiter für den Klimaschutz

Dr. Jelena Stojadinovic, Dr. Edyta Madej und Robin Stetzka nahmen die Urkunde der KlimaExpo.NRW am 6. Januar an der Ruhr-Universität stellvertretend für das Projektteam entgegen. Ihre Entwicklung ist nun offiziell ein Vorreiter für den Klimaschutz.

Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Er kann umweltschonend und klimafreundlich durch alkalische Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden. Neben Wasserstoff entsteht bei dem Prozess auch Sauerstoff. Gas-Separatoren verhindern, dass sich die beiden Stoffe vermischen. Die Separatoren müssen aber nicht nur möglichst undurchlässig für Gase sein, sondern gleichzeitig eine gute Ionenleitfähigkeit besitzen. Nur dann können Ausgleichsströme fließen, die den Energiebedarf für die Wasserstoffproduktion senken. Genau diese beiden gegensätzlichen Eigenschaften vereint die Bochumer Membran.

Auszeichnungen und Ausgründung

Im Membrasenz-Projekt ermöglichte die Zusammenarbeit von Prof. Dr. Fabio La Mantia, Experte auf dem Gebiet der Batterieforschung, und Jelena Stojadinovic, die über Wasserelektrolyse forscht, die Entwicklung des innovativen Materials. Es entsteht durch chemische Modifikation einer Polymer-Matrix. Die Forschung daran begann 2011. Seither erhielt das Membrasenz-Team mehrere Preise sowie ein Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Im Juni 2015 ging aus dem Projekt ein Spin-off der Ruhr-Universität Bochum hervor, dessen Mitglieder derzeit einen Prototypen umsetzen. „2016 möchten wir ein marktreifes Produkt anbieten können“, sagt Jelena Stojadinovic. Die KlimaExpo.NRW unterstützt die Kommunikation des Projektes.

Bochumer Membran übertrifft Konkurrenzprodukte

Verschiedene Tests unter Labor- und Industriebedingungen bestätigten, dass der Membrasenz-Separator den Produkten der Konkurrenz überlegen ist, und zwar im Hinblick auf die Leitfähigkeit, und Gasdichte sowie die Widerstandsfähigkeit gegen chemische, mechanische und thermische Einflüsse. „Langfristig ist es unser Ziel, in Kooperation mit Herstellern von Elektrolyseanlagen eine umweltfreundliche Methode für die hochreine Wasserstoffproduktion bereitzustellen“, resümiert Jelena Stojadinovic. „Wir möchten die Herstellung eines Null-Emissionen-Kraftstoffes voranbringen und so dazu beitragen, Ressourcen, Umwelt und Klima zu schützen.“

KlimaExpo.NRW

Die KlimaExpo.NRW ist eine Initiative der NRW-Landesregierung. Ihre Aufgabe ist es, das technologische und wirtschaftliche Potenzial Nordrhein-Westfalens im Bereich Klimaschutz zu präsentieren. Sie ist zugleich Leistungsschau und Ideenlabor für den Standort NRW und läuft landesweit bis zum Jahr 2022. Ziel ist es, erfolgreiche Projekte in innovativen Formaten einem breiten Publikum bis hin zur internationalen Ebene zu präsentieren und zusätzliches Engagement für den Klimaschutz zu initiieren.

Redaktion

Dr. Julia Weiler
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Dr. Jelena Stojadinovic, Zentrum für Elektrochemie, Fakultät für Chemie und Biochemie der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-29432
jelena.stojadinovic@rub.de

 

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Charakterisierung der Membranen

Im Labor charakterisieren die RUB-Forscherinnen die Gas-Separatoren zum Beispiel im Hinblick auf Gasdichte und Ionenleitfähigkeit.

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Membrasenz-Team

V.l.n.r: Dr. Edyta Madej, Dr. Jelena Stojadinovic und Robin Stetzka aus dem Membrasenz-Team mit KlimaExpo-Urkunde und symbolischen Fußabdrücken

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1.000 Schritte bis zum Ziel

Bis 2022 zeichnet die KlimaExpo.NRW 1.000 Projekte aus, die sich in besonderer Weise um den Klimaschutz bemühen. Von jedem Projektleiter wird ein Fußabdruck genommen – ein Symbol für einen weiteren Schritt zum Ziel.

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