Die RUB trauert um Hans Mommsen

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Nummer 156 - Bochum, 06.11.2015

Die RUB trauert um Hans Mommsen

Führender deutscher Zeithistoriker gestorben

International höchst angesehener Wissenschaftler

Die Ruhr-Universität Bochum trauert um Professor Hans Mommsen. An seinem 85. Geburtstag (5.11.) und knapp 20 Jahre nach seiner Emeritierung ist einer der bedeutendsten Historiker der Nachkriegszeit gestorben. Hans Mommsen zählte zu den in der Öffentlichkeit wie auch in der Wissenschaftswelt bekanntesten Professoren der RUB. Er lehrte und forschte fast 30 Jahre lang in Bochum – von 1968 bis 1996 – und war auch als Emeritus noch viele Jahre lang aktiv und als Experte gefragt. Sein letztes Buch erschien im vergangenen Jahr.

„Am heutigen Tag unserer Akademischen Jahresfeier und zum Abschluss unseres 50-Jahr-Jubiläums trauern wir um ein herausragendes Mitglied unserer akademischen Gemeinschaft“, sagt Prof. Dr. Axel Schölmerich, Rektor der RUB. „Hans Mommsen war ein international höchst angesehener Wissenschaftler. Die Ruhr-Universität Bochum hat ihm außerordentlich viel zu verdanken.“

Seit 1968 an der RUB

1968 wurde Hans Mommsen auf den damals neu eingerichteten Lehrstuhl Neuere Geschichte II berufen. Er gehört zur Gründergeneration der Ruhr-Universität Bochum, die 1965 eröffnet wurde und in diesem Jahr ihr Jubiläum „50 Jahre RUB – 50 Jahre Universitätsstadt Bochum“ feiert. Prof. Mommsen baute die damalige Abteilung für Geschichtswissenschaft mit auf und betrieb in den frühen siebziger Jahren mit großem Engagement die Errichtung des Instituts zur Geschichte der Arbeiterbewegung, dessen Direktor er von 1977 bis 1983 war. In insgesamt mehr als zweieinhalb Jahrzehnten Lehr- und Forschungstätigkeit betreute er über 40 Dissertationen an der RUB. Mehrere Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte führten ihn in dieser Zeit u.a. an die Harvard University, nach Princeton, Berkeley und Jerusalem.

760 Seiten Festschrift

Mommsen galt national wie international als einer der führenden Zeithistoriker. Das hohe Maß seiner Wertschätzung in der Zunft zeigt die 760 Seiten umfassende Festschrift, die zu seinem 65. Geburtstag erschien. Unter dem Titel „Die Aufgabe der Freiheit“ vereinigt sie nicht nur Beiträge seiner Schüler, sondern auch zahlreicher deutscher und ausländischer Fachkollegen.

Historiker-Familie mit Tradition

Hans Mommsen entstammt einer Historiker-Familie. Er wurde am 5. November 1930 mit seinem Zwillingsbruder Wolfgang - ebenfalls ein Historiker, ehemaliger Professor an der Universität Düsseldorf und im Jahr 2004 verstorben – als Sohn des Historikers Wilhelm Mommsen und Urenkel des Althistorikers Theodor Mommsen in Marburg geboren. In Marburg und Tübingen studierte er Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft, legte die wissenschaftliche Staatsprüfung ab und wurde 1959 mit einer Arbeit über „Die Sozialdemokratie und die Nationalitätenfrage im Habsburger Vielvölkerstaat 1867- 1907" promoviert. Von 1960 bis 1963 arbeitete Mommsen als Referent am Institut für Zeitgeschichte in München, von 1963 bis 1967 als Wissenschaftlicher Assistent in Heidelberg, wo er sich 1967 habilitierte.

Redaktion

Jens Wylkop
Dezernat Hochschulkommunikation