Neue Bücher aus der Ruhr-Universität

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Nummer 83 - Bochum, 17.06.2015

Neue Bücher aus der Ruhr-Universität

++ Verlust und Vermächtnis ++ Chemiker im ‚Dritten Reich‘ ++ Schule aus, Neuseeland ruft ++ The NGO Challenge for International Relations Theory ++

++ Verlust und Vermächtnis ++

Prof. Dr. Mihran Dabag und Dr. Kristin Platt vom Institut für Diaspora- und Genozidforschung der RUB stellen ihre aktuellen Forschungsergebnisse zum Genozid an den Armeniern in einem Buch vor. 100 Jahre danach kommen Überlebende des Völkermords (1915/16) zu Wort. Sie berichten von den Deportationen, von Todesmärschen, Hunger, unvorstellbarer Gewalt und bitteren Verlusten. In ihren biografischen Rückblicken suchen sie eine Einordnung für eine Erfahrung, die keine Worte kennt. Die Lebensberichte wurden über einen längeren Zeitraum im Rahmen eines Oral History-Projekts aufgezeichnet und werden jetzt zum ersten Mal publiziert. Sie bezeugen den Verlust von Kindheit und Familie, von Hoffnungen und Zukunft. Doch gewähren sie auch einen Einblick in die Schwierigkeiten, einen Alltag zurückzugewinnen und ein Leben als Flüchtling zu bewältigen. Anders als in anderen aktuellen Veröffentlichungen zum Genozid an den Armeniern steht hier also nicht eine Perspektive von außen in Zentrum, sondern die Perspektive der Erfahrung des Genozids, der multiplen Brüche und lang andauernden Verletzungen. VORMERKEN: Das Buch wird am 25. Juni 2015 (19 Uhr) im Kunstmuseum Bochum vorgestellt, inklusive Lesung.

Weitere Informationen
Mihran Dabag, Kristin Platt: „Verlust und Vermächtnis. Überlebende des Genozids an den Armeniern erinnern sich“, Verlag Ferdinand Schöningh Paderborn 2015, ISBN: 978-3-506-78148-2

++ Chemiker im ‚Dritten Reich‘ ++

Die Geschichte der chemischen Industrie im Dritten Reich ist umfassend dokumentiert, doch wie die Chemiker wissenschaftlich organisiert waren, war lange nicht untersucht. Diese Lücke schließt der Wissenschaftshistoriker Prof. Dr. Helmut Maier vom Lehrstuhl für Technik- und Umweltgeschichte der Ruhr-Universität Bochum mit dem Buch „Chemiker im ‚Dritten Reich‘“, das im Verlag Wiley-VCH erschienen ist. Die zugrunde liegende Studie wurde von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in Auftrag gegeben. Sie beleuchtet die Geschichte der Vorläuferorganisationen der GDCh im Zeitraum von 1933 bis 1945. Der Autor zeigt auf, wie einzelne Personen mit dem NS-Regime verbandelt waren, aber stellt auch dar, wie die Gesellschaften als solche in das Unrechtsregime verstrickt waren.

Weitere Informationen
Helmut Maier: „Chemiker im ‚Dritten Reich‘. Die Deutsche Chemische Gesellschaft und der Verein Deutscher Chemiker im NS-Herrschaftsapparat“, Wiley-VCH Weinheim 2015, ISBN: 978-3-527-33846-7

++ Schule aus, Neuseeland ruft ++

Nach der Schule eine Auszeit nehmen, das trauen sich zwar einige, aber noch lange nicht alle. RUB-Student Philip Raillon packte nach dem Abitur seinen Rucksack und erlebte für sechs Monate das ferne Land und entdeckte sich selbst neu. Das rustikale Leben in einem Van prägte die Zeit genauso wie Knochenjobs auf einem Weinberg und das Schlafen auf einer Farm mit 4.500 Schafen. Der Autor nimmt den Leser mit auf qualmende Vulkane, einsame State Highways und so manchen Campingplatz. Am Ende möchte man am liebsten selbst in den Flieger steigen und einfach mal das Leben genießen – die ersten Reisetipps bekommt man von Philip Raillon gleich an die Hand. Der Jura-Student arbeitet seit 2011 als freier Journalist für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung in Witten.

Weitere Informationen
Philip Raillon: „Schule aus, Neuseeland ruft – Work & Travel am schönsten Ende der Welt“, 360° medien gbr mettmann Mettmann 2015, ISBN 978-3-944921-15-0

++ The NGO Challenge for International Relations Theory ++

Zusammen mit seinem US-amerikanischen Kollegen Prof. Dr. William E. DeMars (Woffort College) hat Prof. Dr. Dennis Dijkzeul (Institut für Friedensicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der RUB) das auf Englisch erschienene Buch „The NGO Challenge for International Relations Theory“ herausgebracht. Es thematisiert und kritisiert zugleich die Vernachlässigung von Nichtregierungsorganisationen (NRO, auf Englisch: NGO) innerhalb der drei führenden Theorien der Internationalen Beziehungen (Liberalismus, Realismus, Konstruktivismus). Dass der Einfluss der NRO in der neuen globalen Ordnung augenfällig ist, wird in diesen Theorien ignoriert. Die Autoren verwenden empirische Daten aus Europa, Afrika, Lateinamerika, dem Nahen und Mittleren Osten und Asien. Sie ziehen ebenfalls Daten von Studien heran, die sich über Themen wie Peacebuilding, interethnische Versöhnung und Arbeitnehmerrechte erstrecken. Das Buch bietet dadurch eine zeitgemäße Neubewertung von Nichtregierungsorganisationen und der Theorien der Internationalen Beziehungen. Die Lektüre empfiehlt sich z.B. für Studierende, Wissenschaftler, und NRO-Aktivisten.

Weitere Informationen
William E. DeMars und Dennis Dijkzeul: „The NGO Challenge for International Relations Theory“, Routledge, London 2015, ISBN 978-1-138845-30-5

Redaktion

Arne Dessaul
Dezernat Hochschulkommunikation