Mathematiker untersuchen Zufallsphänomene

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Nummer 68 - Bochum, 20.05.2015

Mathematiker untersuchen Zufallsphänomene

RUB koordiniert neues Graduiertenkolleg in der UA Ruhr

Interessierte junge Forscherinnen und Forscher können sich ab Pfingsten bewerben

Zufallsphänomene stehen im Mittelpunkt des neuen Graduiertenkollegs GRK 2131 „Phänomene hoher Dimensionen in der Stochastik – Fluktuationen und Diskontinuität“, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit rund 4,3 Millionen Euro für viereinhalb Jahre fördert. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universitätsallianz Ruhr (RUB, TU Dortmund und Uni Duisburg-Essen, Sprecher: Prof. Dr. Peter Eichelsbacher, RUB-Fakultät für Mathematik). Es bietet exzellenten Absolventinnen und Absolventen mathematischer Studiengänge aus aller Welt die Möglichkeit, international beachtete Promotionsprojekte über aktuelle Forschungsthemen in der Stochastik durchzuführen.

Zufallsberechnungen mit Anwendung in Biologie und Physik

„Inhaltliches Ziel des Graduiertenkollegs ist die Bündelung des gemeinsamen Interesses an sogenannten hohen Dimensionen“, sagt Sprecher Peter Eichelsbacher. „Bei der Untersuchung von zufälligen Strukturen in hohen Dimensionen beobachtet man Universalität bei Grenzwertsätzen, und es treten Phasenübergangsphänomene auf. Diese Gesichtspunkte sind der gemeinsame Fokus einer Vielzahl aktueller Forschungsrichtungen in der Stochastik.“ Die Forscher untersuchen zum Beispiel Zufallsbewegungen auf Baumstrukturen mit Anwendungen in der Biologie und Physik, geometrische Phänomene – sogenannte hochdimensionale Zufallspolyeder – und zufällige Prozesse mit langem Gedächtnis oder mit sprunghaftem Verhalten. „Es geht um Zufallsmatrizen und deren Spektralverhalten, um integrable Teilchenmodelle sowie um Spinmodelle und Vielteilchensysteme der Physik“, gibt er einige Beispiele.

Innovatives Rahmenprogramm

Die Initiatoren planen besonders solche Promotionsprojekte, die nur im Rahmen der Betreuung durch mehrere Forscher möglich sind. Das innovative Studienprogramm bietet zum Beispiel Tandem-Vorlesungen und ein Kolleg-Oberseminar, präsentiert an einem gemeinsamen wöchentlichen GRK-Nachmittag an einem der drei Standorte. Hinzu kommen internationale Sommerschulen. Bewilligt wurden elf Doktorandenstellen und zwei Postdoktorandenstellen (davon acht Stellen an der RUB). Eine Ausschreibung für die Stellen erfolgt in der Woche nach Pfingsten, Bewerbungsschluss wird der 26. Juni 2015 sein. „Ich freue mich außerordentlich über diesen Erfolg der UA-Ruhr, an der ein starkes Team der Stochastik ein spannendes Forschungsprogramm mit vielen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern angehen wird. Insbesondere bin ich begeistert von unseren Plänen für das Qualifizierungsprogramm und hoffe darauf, die jungen Forscher mit anstecken zu können."

Redaktion

Meike Drießen
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Prof. Dr. Peter Eichelsbacher, Lehrstuhl für Stochastik/Didaktik der Mathematik, Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-25793
peter.eichelsbacher@rub.de