Neue Membran für die Wasserstoffproduktion

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Nummer 24 - Bochum, 16.02.2015

Neue Membran für die Wasserstoffproduktion

Hohe Ionenleitfähigkeit bei gleichzeitig guter Gasbarriere

Günstigere und effizientere Herstellung von Wasserstoff möglich

Eine neue Membran kann die Produktion von Wasserstoff in Zukunft günstiger und ertragreicher machen. Die alkalische Elektrolyse von Wasser gilt als erfolgversprechende Methode zur Wasserstoffherstellung. Bislang mangelte es jedoch an effizienten Membranen, die die entstehenden Gase Wasserstoff und Sauerstoff trennen. Einen solchen Gas-Separator hat ein Team der Ruhr-Universität Bochum nun entwickelt. Er übertrifft die bislang verfügbaren Membranen in vielen Eigenschaften.

Was eine Membran für die alkalische Wasserelektrolyse leisten muss

Für die alkalische Elektrolyse von Wasser werden zwei Elektroden in eine Lauge eingebracht; an einer entsteht Wasserstoff, an der anderen Sauerstoff. Die Elektroden sind durch eine Membran voneinander getrennt. Strom fließt von der einen Elektrode zur anderen; gleichzeitig bewegen sich Ionen durch die Membran, um Konzentrationsunterschiede auszugleichen. Eine ideale Membran muss zwei Dinge gewährleisten: Sie muss undurchlässig für Gase sein, damit Sauerstoff und Wasserstoff sich nicht vermischen und so ein möglichst reines Produkt entsteht. Gleichzeitig sollte sie gut durchlässig für Ionen sein, um die Ausgleichsströme nicht zu behindern; das senkt den Energiebedarf bei der Wasserstoffherstellung. Die Bochumer Membran vereint die beiden Eigenschaften.

Bochumer Membran übertrifft Asbest und Produkte der Konkurrenz

Früher wurde Asbest als Membran verwendet. „Seit dem Verbot von Asbest als Gas-Separator in der Wasserelektrolyse kämpfen die Hersteller mit der Schwierigkeit, eine hochwertige Alternative zu finden“, sagt Dr. Fabio La Mantia, Leiter der Nachwuchsgruppe „Semiconductors & Energy Conversion“. Andere auf dem Markt verfügbare Membranen bieten entweder eine hohe Ionenleitfähigkeit oder eine gute Gasbarriere, aber nicht beides. Der Schlüssel zum Bochumer Erfolg war die Zusammenarbeit von La Mantia, Experte auf dem Gebiet der Batterieforschung, und Dr. Jelena Stojadinovic, Expertin für Wasserelektrolyse. „Wir haben Resultate aus der Batterieforschung auf das Gebiet der Wasserelektrolyse übertragen – ein Potenzial, das bislang brach lag“, so La Mantia. „Unsere Gas-Separatoren übertreffen sowohl das gesundheitsgefährdende Asbest als auch die Produkte der Konkurrenz im Hinblick auf Ionenleitfähigkeit, Gasdichte, chemische, mechanische und thermische Widerstandsfähigkeit sowie die Kosteneffizienz“. Die Membran besteht aus einem neuen Kompositmaterial; dessen Zusammensetzung ist ein Betriebsgeheimnis des Bochumer Teams.

Gründerpreis und geplantes Start-up

Im Januar 2015 belegten Stojadinovic und La Mantia mit der neu entwickelten Membran beim „KUER Wettbewerb“ des NRW-Umweltministeriums den ersten Platz. Das Forschungsduo plant basierend auf ihren Arbeiten, das Start-up „MEMBRASENZ“ zu gründen.

Redaktion

Dr. Julia Weiler
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Dr. Fabio La Mantia, Nachwuchsgruppe „Semiconductors & Energy Conversion”, Fakultät für Biochemie und Chemie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-29432
fabio.lamantia@rub.de

 

„MEMBRASENZ“-Team

Ghoncheh Kasiribidhendi, Fabio La Mantia, Jelena Stojadinovic und Robin Stetzka (v.l.n.r.). Die Forscherinnen und Forscher halten die von ihnen entwickelte Membran und die Siegerurkunde aus dem „KUER Wettbewerb“ in den Händen.

© RUB, Foto: Edgar Ventosa
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