Neue Otto-Hahn-Nachwuchsgruppe

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Nummer 12 - Bochum, 15.01.2015

Neue Otto-Hahn-Nachwuchsgruppe

Eigenschaften komplexer Moleküle erforschen

Chemiker entwickeln neuartige Rechenverfahren auf Basis der Quantenmechanik

Forscher aus Mülheim und Bochum wollen neuartige Rechenverfahren entwickeln, um komplexe Moleküle zu untersuchen. Die Max-Planck-Gesellschaft fördert das Vorhaben im Rahmen des „Otto Hahn Award Programs“ für drei Jahre. Dr. Michael Römelt übernimmt zu diesem Zweck die Leitung einer Nachwuchsforschergruppe am MPI für Kohlenforschung in Mülheim, die am Lehrstuhl für Theoretische Chemie der Ruhr-Universität Bochum angesiedelt ist.

Komplexe Moleküle können außergewöhnliche Eigenschaften haben

Komplexe molekulare Strukturen – etwa mehrkernige Verbindungen aus Übergangsmetallen – weisen spezielle chemische und physikalische Eigenschaften auf. Einige Vertreter sind aufgrund Ihrer einzigartigen Elektronenstruktur zum Beispiel in der Lage, chemische Reaktionen zu katalysieren, die anderweitig nicht möglich wären. Die katalytische Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff ist ein Beispiel. „Das Verständnis der genauen Abläufe dieser Reaktionen hilft dabei, neue katalytisch aktive Systeme zu entwerfen und die bestehenden zu verbessern“, sagt Michael Römelt.

Neuartige Methoden erlauben die Untersuchung komplexer Moleküle

Die Quantenmechanik bietet die Grundlage, um Abläufe auf molekularer Ebene zu verstehen. Durch spezielle Rechenverfahren können chemische und physikalische Eigenschaften von Substanzen erklärt oder vorausgesagt werden. Für große und komplexe Moleküle sind die entstehenden Gleichungen allerdings so kompliziert, dass sie nicht mehr exakt gelöst werden können. Für diese Fälle braucht es Näherungsverfahren. Zusammen mit seiner Forschungsgruppe entwickelt Dr. Michael Römelt neuartige Näherungsverfahren auf der Basis der sogenannten Density Matrix Renormalization Group-Methode (DMRG). Diese wollen die Forscher anwenden, um ausgewählte molekulare Systeme zu untersuchen. Insbesondere interessieren sie sich für die katalytische Aktivität von Übergangsmetallverbindungen und für die photochemischen Eigenschaften von großen organischen Molekülen.

Zur Person

Michael Römelt, geboren 1982 in Bonn, studierte von 2003 bis 2008 Chemie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Dort wurde er im Februar 2013 promoviert, nachdem er im Jahr 2011 an das Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion in Mülheim gewechselt war. Für seine Promotion erhielt er im Jahr 2013 den Ernst Haage Preis sowie die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft. Im Anschluss an seine Promotion ging er als Stipendiat des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD) an die Princeton University. Seit Juli 2014 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Theoretische Chemie der Ruhr-Universität Bochum, dessen Leiter Prof. Dr. Dominik Marx ist.

Redaktion

Dr. Julia Weiler
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Dr. Michael Römelt, Lehrstuhl für Theoretische Chemie, Fakultät für Chemie und Biochemie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-26749
michael.roemelt@theochem.rub.de

 

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Dr. Michael Römelt

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