Jessica R. Benjamin erhält den Hans-Kilian-Preis 2015

RUB » Dezernat Hochschulkommunikation » Presseinformationen » Kategorie Allgemeines » Presseinformation 222
Nummer 222 - Bochum, 18.12.2014

Jessica R. Benjamin erhält den Hans-Kilian-Preis 2015

80.000 Euro für die Erforschung der metakulturellen Humanisation

Internationaler Forschungspreis wird im April 2015 in Bochum vergeben

Die amerikanische Psychoanalytikerin und Sozialtheoretikerin Jessica R. Benjamin erhält den mit 80.000 Euro dotierten „Hans-Kilian-Preis für die Erforschung und Förderung der metakulturellen Humanisation“. Der Preis wird am 24. April 2015 an der Ruhr-Universität Bochum verliehen. An der dortigen Fakultät für Sozialwissenschaft wird der von der Köhler-Stiftung ausgelobte Preis auch koordiniert.

Der Preis

Der internationale Forschungspreis wird alle zwei Jahre und 2015 zum dritten Mal vergeben. Er würdigt exzellente Leistungen von Personen, die neue Einsichten in die geschichtliche und kulturelle Existenz des Menschen und seine veränderliche Psyche vermitteln. Erster Preisträger war 2011 der Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme, zweiter Preisträger war 2013 der Soziologe und Sozialtheoretiker Hans Joas. Benannt ist der Preis nach Hans Kilian (1921-2008), der als Ordinarius für Sozialpsychologie und angewandte Psychoanalyse in Kassel lehrte. Er legte die Grundlagen für eine interdisziplinäre Analyse der biologischen, soziokulturellen und psychischen Evolution des Menschen, den er in der postmodernen globalisierten Welt auf einer neuen Stufe, der „metakulturellen Humanisation“, angekommen sah.

Die Preisträgerin

Mit Jessica Rachel Benjamin wird eine der international einflussreichsten Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Psychoanalyse, Identitätstheorie und feministischen Psychologie für ihr wissenschaftliches Lebenswerk geehrt. Besondere Würdigung erfahren ihre fächer- und themenübergreifenden Perspektiven, die Niederschlag in verschiedenen Wissenschaftsbereichen gefunden haben. Das Spektrum reicht von der Säuglings-, Geschlechter- und Traumaforschung über die Sozialphilosophie bis zur Kulturtheorie. Benjamins maßgeblicher Beitrag zur Entwicklung einer relationalen, intersubjektiven Theorie des Selbst hat kontroverse und fruchtbare Diskussionen zu den Grundlagen psychoanalytischen Denkens und der psychotherapeutischen Praxis ausgelöst.

Die Preisverleihung

Die Preisverleihung wird am 24. April 2015 (16 Uhr) im Veranstaltungszentrum (Raum 3) der Ruhr-Universität stattfinden. Die Veranstaltung ist öffentlich; Interessierte sind zur Teilnahme eingeladen; eine Anmeldung über E-Mail ist jedoch erforderlich: hans-kilian-preis@rub.de.

hans-kilian-preis@rub.de

Die Preisvergeberin

Die 1987 durch Lotte Köhler errichtete Köhler-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fördert die Wissenschaften vom Menschen. Es geht insbesondere um Gebiete, die das Verständnis des Menschen über sich selbst erweitern. Darunter sind Forschungsvorhaben in Psychologie, Sozial- und Kulturwissenschaften und Medizin. Vorrangig gefördert werden Arbeiten zu psychosozialen Aspekten des menschlichen Zusammenlebens in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Im Kontext des Preises richtet das Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrum (KKC) regelmäßig internationale Hans-Kilian-Vorlesungen zur sozial- und kulturwissenschaftlichen Psychologie und integrativen Anthropologie aus. Das KKC ist an der Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB angesiedelt.

Redaktion

Arne Dessaul
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Dr. Pradeep Chakkarath, Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrum, Lehrstuhl für Sozialtheorie und Sozialpsychologie, Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB, 0234-3229238
hans-kilian-preis@rub.de

 

Angeklickt