Doppelsterne sind häufiger als gedacht

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Nummer 100 - Bochum, 16.06.2014

Doppelsterne sind häufiger als gedacht

Langzeitmessungen an der RUB-Sternwarte stützen neues Modell der Sternentstehung

Veränderungen der Spektren und der Helligkeit verraten Mehrfachsysteme

Massereiche Sterne sind selten allein. Das fanden Bochumer Astronomen an der Sternwarte der Ruhr-Universität (RUB) in Chile heraus. Über mehrere Jahre beobachteten sie 800 Himmelsobjekte, die bis zu hundertmal schwerer als unsere Sonne sind. Über 90 Prozent entpuppten sich als Mehrfachsysteme. Die Daten stützen die Theorie, dass schwere Sterne bereits als Zwillinge entstehen.

Uni-Observatorium als Schlüssel zum Erfolg

Selbst mit den größten Teleskopen der Welt lassen sich Doppelsterne in der Regel nicht als zwei getrennte Punkte wahrnehmen. Um ihre Existenz dennoch zu beweisen, wandte das Team um Prof. Dr. Rolf Chini vom Astronomischen Institut der RUB einen Trick an. Sie beobachteten die Himmelskörper über Wochen oder Monate und detektieren Schwankungen ihrer Spektren und ihrer Helligkeit. Regelmäßige Helligkeitsvariationen treten dann auf, wenn zwei oder mehr Sterne immer wieder aneinander vorbeiziehen. Diese Langzeitmessungen waren nur möglich, da die Ruhr-Universität ein eigenes Observatorium am weltweit besten Ort für astronomische Beobachtungen besitzt: der Atacama-Wüste in Chile.

Gleich schwere Zwillinge

Die statistische Auswertung der Daten ergab, dass Sterne in Mehrfachsystemen in der Regel Partner mit gleicher Masse besitzen. Laut Rolf Chini kein Zufall: „Warum sollte sich ein Stern von 50 Sonnenmassen in seiner Umgebung ausgerechnet einen Partner von ebenfalls 50 Sonnenmassen einfangen? Er hätte es doch viel leichter, einen Stern von nur einer Sonnenmasse anzuziehen. Die Erklärung muss im Entstehungsprozess stecken.“ Die Himmelskörper gehen aus Gas- und Staubwolken hervor, die sich verdichten. Im Endstadium bricht die Wolke offenbar in zwei ähnlich große Teile.

Vollständiger Beitrag im Netz

Einen ausführlichen Bericht über die Forschung von Prof. Dr. Rolf Chinis Team vom Astronomischen Institut der RUB finden Sie im Onlinemagazin RUBIN unter http://rubin.rub.de/de/der-himmel-ist-voller-als-gedacht. Auf der Webseite unseres Wissenschaftsmagazins stehen eine Textversion (rtf-Format) und Bilder zum Download bereit, die Sie unter Angabe des Copyrights gern weiter verwenden können.

Redaktion

Dr. Julia Weiler
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Prof. Dr. Rolf Chini, Lehrstuhl für Astrophysik, Astronomisches Institut, Fakultät für Physik und Astronomie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25802
chini@astro.rub.de

 

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