Neue Volkskrankheiten im Kindes- und Jugendalter

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Nummer 301 - Bochum, 12.11.2013

Neue Volkskrankheiten im Kindes- und Jugendalter

Mediziner erforschen Risiko- und Schutzfaktoren für ADHS, Adipositas und Allergien

MIWF fördert NIKI-Studie mit rund 1,5 Millionen Euro

Mit dem Projekt „Neue Volkskrankheiten im Kindes- und Jugendalter“ (NIKI) fördert das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung den Aufbau eines kinder- und jugendmedizinischen Innovationskerns in NRW. Ein an der Ruhr gebildetes Konsortium beschäftigt sich systematisch mit den neuen Volkskrankheiten Adipositas, ADHS und Atopien (Allergien). Risiko- und Schutzfaktoren im Kindes- und Jugendalter sowie Konsequenzen für Diagnostik und Therapie stehen im Mittelpunkt. Hierfür stellt das Ministerium knapp 1,5 Millionen Euro bereit. Von der Ruhr-Universität sind die LWL Universitätsklinik Hamm und das St. Josef-Hospital Bochum beteiligt. Die MedEcon Ruhr GmbH hat die zentrale Projektsteuerung inne. Das Projekt ist am 1. Oktober 2013 gestartet und läuft drei Jahre.

NRW-Pilotprojekt für die Kinder- und Jugendmedizin

Die NIKI-Studie soll Grundlagen für eine personalisierte Kinder- und Jugendmedizin schaffen, insbesondere um einen Beitrag zur Prävention zu leisten. Die Mediziner erforschen unter anderem, wie man die Krankheiten rechtzeitig erkennt, verhindert, dass sie chronisch werden oder sich Folgeerkrankungen ergeben. Im Zentrum stehen das Zusammenwirken biologischer und psychosozialer Risikofaktoren sowie krankheits- oder gesundheitsfördernde Verhaltensweisen. Geplant ist eine Querschnittsstudie zu den drei ausgewählten Krankheitsschwerpunkten, die 600 Kinder und deren Eltern einschließt. Zudem wollen die Mediziner bereits vorhandene Studien systematisch auswerten. Die Pilotstudie soll die Basis für längerfristig angelegte Untersuchungen bilden und Nordrhein-Westfalen – ausgehend vom Ruhrgebiet – als führenden Standort für kinder- und jugendmedizinische Forschung und Innovation profilieren.

Interdisziplinäre Kooperation: Pädiatrie und Psychiatrie

Das Vorhaben zielt mit seinem Ansatz auch auf ein höheres Niveau interdisziplinärer Zusammenarbeit in der Gesundheitsforschung und -versorgung. Eine besondere Bedeutung nimmt hierbei die enge Verknüpfung von somatischen Erkrankungen und psychischen beziehungsweise Verhaltensstörungen ein. Medizinische Partner des Konsortiums sind:

  • ● LWL Universitätsklinik Hamm der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (Prof. Dr. Martin Holtmann)
  • ● Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef-Hospital Bochum (Prof. Dr. Eckhard Hamelmann)
  • ● LVR-Klinikum Essen, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität Duisburg-Essen (Prof. Dr. Johannes Hebebrand)
  • ● Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln, Klinik der Universität Witten/Herdecke, Abt. für Pädiatrische Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin (Prof. Dr. Thomas Reinehr)

Krankheitsspektrum hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert

Das für das Kindes- und Jugendalter charakteristische Spektrum an Krankheiten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gravierend verändert. Psychische und psychosomatische Störungen sind häufiger geworden, wie etwa ADHS. Akute, insbesondere infektiöse Krankheiten sind seltener geworden, chronische Erkrankungen hingegen wie Allergien, Asthma und Adipositas hingegen treten vermehrt auf.

Weitere Informationen

Dr. Anja Hartmann, MedEcon Ruhr GmbH, 44799 Bochum, Tel. 0234/97836-35
hartmann@medeconruhr.de