DFG bewilligt Forschergruppe „Geschichte und Theorie mimetischer Praktiken“

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Nummer 291 - Bochum, 05.11.2013

DFG bewilligt Forschergruppe „Geschichte und Theorie mimetischer Praktiken“

Förderung in Höhe von 2,25 Millionen Euro für drei Jahre

RUB und Bauhaus-Universität Weimar teilen sich Leitung und Koordination

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung der Forschergruppe „Geschichte und Theorie mimetischer Praktiken“ (FOR 1867) bewilligt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen und von fünf Universitäten arbeiten in sieben Teilprojekten zusammen, um die Kulturtechnik der Mimesis näher zu erforschen. Dem Projekt stehen in den ersten drei Jahren Mittel in Höhe von 2,25 Millionen Euro zur Verfügung. Der RUB-Medienwissenschaftler Prof. Dr. Friedrich Balke und Prof. Dr. Bernhard Siegert von der Bauhaus-Universität Weimar teilen sich Leitung und Koordination.

Spannungsverhältnis

Kopieren, Zitieren, Paraphrasieren, Montagen, Remakes, Samplings, Serialisierung – diese Praktiken gehören zum medialen Alltag. Wer sie verwendet, macht von der Mimesis (altgriechisch für „Nachahmung“) Gebrauch. Die Forschergruppe untersucht diese seit der Antike bekannte Kulturtechnik, die sich in der Moderne im Spannungsverhältnis zwischen kreativen und nachahmenden Prozessen bewegt. Die Forscher verfolgen die These, dass die mimetischen Techniken nicht im Gegensatz zu Originalität stehen, sondern sie überhaupt erst möglich machen. Damit revidiert die Forschergruppe das weitverbreitete Klischee, dass die Moderne anti-mimetisch sei – eine Annahme, die vor allem in der Ästhetik und Kulturtheorie weit verbreitet ist.

„Höchste wissenschaftliche Relevanz“

Eingereicht wurde der Projektantrag von Prof. Dr. Bernhard Siegert und Prof. Dr. Friedrich Balke, der die Professur für Medienwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Theorie, Geschichte und Ästhetik bilddokumentarischer Formen an der RUB innehat. In der Entscheidung der DFG heißt es, dass es sich bei der bewilligten Forschergruppe um „ein höchst originelles, ungemein vielversprechendes und in verschiedene Disziplinen ausstrahlendes Unterfangen von höchster wissenschaftlicher Relevanz“ handele. Den Antragstellerinnen und Antragstellern sei es gelungen, „das Konzept der Mimesis einer grundsätzlich neuen und zeitgemäßen Untersuchung zu unterziehen“.

Verschiedene Disziplinen

In der Forschergruppe arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Kultur- und Medienwissenschaft, der Filmwissenschaft, der Kunst- und Architekturgeschichte sowie der Geschichtswissenschaft in sieben Teilprojekten zusammen. Beteiligt sind neben der Ruhr-Universität Bochum und der Bauhaus-Universität Weimar die Merz Akademie Stuttgart, die Universität Zürich sowie die Goethe-Universität Frankfurt. Neben den Teilprojektleiterinnen und -leitern sind insgesamt sechs Postdoktorandinnen und -doktoranden sowie vier Doktorandinnen und Doktoranden an dem Forschungsverbund beteiligt. Voraussichtlich zum 1. April 2014 nimmt die Forschergruppe ihre Arbeit auf.

Redaktion

Dr. Maren Volkmann
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Prof. Dr. Friedrich Balke, Professur für Medienwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Theorie, Geschichte und Ästhetik bilddokumentarischer Formen, Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel.: 0234/32-27415
friedrich.balke@rub.de