Vertrauensvoll forschen

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Nummer 246 - Bochum, 18.09.2013

Vertrauensvoll forschen

Studie zu Karrieren von wissenschaftlichem Nachwuchs

BMBF fördert RUB-Arbeitswissenschaftler

Prekäre Verträge unterschreiben, Drittmittel einwerben und Berufungskriterien erfüllen – junge Wissenschaftler sind dem ständigen Druck ausgesetzt, sich beweisen zu müssen. Welche Rolle Vertrauen dabei spielt, wollen Bochumer Arbeitswissenschaftler um Prof. Dr. Heiner Minssen und Caroline Richter, RUB-Institut für Arbeitswissenschaft, gemeinsam mit Kollegen von der Uni Köln herausfinden. Der Forschungsverbund „Vertrauen und wissenschaftlicher Nachwuchs (VWiN)“ wird mit 500.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Vertrauen reduziert Unsicherheit

Vertrauen hilft bei Ungewissheit der Beschäftigungsverhältnisse und es fördert die Leistungsbereitschaft und die innere Verpflichtung. Wie sich z.B. wandelnde Zustände im Wissenschaftsalltag und die vielen Plagiatsaffären auf das Vertrauensempfinden von Jungforschern auswirken, ist bisher unergründet. „Die Fachliteratur betont in den letzten Jahren zunehmend die Bedeutung von Vertrauen für wissenschaftlichen Nachwuchs“, berichtet Heiner Minssen. „Doch warum Vertrauen so wichtig ist, untersucht bisher niemand. Unsere Studie ist deswegen Grundlagenforschung für den deutschsprachigen Raum“.

Interviews und wissenschaftlicher Beirat

Um der Bedeutung von Vertrauen in den Karriereverläufen von wissenschaftlichem Nachwuchs auf den Grund zu gehen, befragen Caroline Richter, Heiner Minssen und ihre Kollegen Postdoktoranden und Juniorprofessoren. Vorher interviewen sie verschiedene Experten von Hochschulen und der Nachwuchsförderung. Geplant ist außerdem die Gründung eines wissenschaftlichen Beirats unter anderem bestehend aus Hochschulmanagern und führenden Wissenschaftlern der deutschen Vertrauensforschung.

Betreuung verbessern

Am Ende der dreijährigen Förderphase gibt es eine Abschlusskonferenz. Darüber hinaus steht bereits jetzt der Antrag auf eine Folgeförderung. Die Arbeitswissenschaftler planen aus ihrer jetzigen Studie, einen Fragebogen zu entwickeln, mit dem sie dann in einem zweiten Projekt deutschlandweit Befragungen durchführen. Die Gesamtergebnisse könnten genutzt werden, um die Betreuung von wissenschaftlichem Nachwuchs zu verbessern.

Redaktion

Tabea Steinhauer
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Professor Dr. Heiner Minssen, Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-27730
Heiner.Minssen@rub.de

Caroline Richter, Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-27733
Caroline.Richter@rub.de