Forschung zum Anwenden

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Nummer 239 - Bochum, 09.09.2013

Forschung zum Anwenden

Ehrung im RUB-Erfinderwettbewerb 2013

Drei Forschergruppen mit je 1000 Euro prämiert

Wer behauptet, Wissenschaftler tüftelten hoch oben in ihrem Elfenbeinturm vor sich hin, den belehren die Sieger des Erfinderwettbewerbs 2013 eines Besseren. Die einen gewinnen Stoffe aus Meerwasser, mit denen sie Batterien betreiben. Die anderen versehen Bildschirme und Lampen mit wirkungsvolleren Beschichtungen. Und wieder andere beschleunigen rasant die Übersetzung von DNA. Die Uni prämiert die drei RUB-Forschergruppen mit jeweils 1000 Euro.

Drei vielversprechende Erfindungen

„Battery for lithium extraction from seawater and brine“: Lithium ist die Hauptkomponente von Lithium-Ionen-Batterien. Die Energielieferanten dienen der nächsten Generation von Elektrofahrzeugen als Antrieb. Deswegen ist für die Zukunft ein hoher Bedarf an Lithium zu erwarten. In ihrem Projekt entwickelten Dr. Fabio LaMantia, Dr. Mauro Pasta und Alberto Battistel vom Center for Electrochemical Science der RUB-Fakultät für Chemie und Biochemie ein Verfahren, um dieses Material kostengünstig und umweltfreundlich zu gewinnen.

„Polymerisierbare Ionische Flüssigkeiten für Photonische Anwendungen“: Mit einer bestimmten Beschichtung von z.B. Energiesparlampen, LEDs, Solarzellen und Bildschirmen erzielen RUB-Erfinder eine hohe Energieeffizienz. Die Technologie ist nicht teuer und enthält keine giftigen oder gesundheitsschädlichen Chemikalien. Besonders ist, dass die Beschichtung kaum Elemente aus den knappen Rohstoffen der Seltenen Erden benötigt. Mitglieder der RUB-Forschergruppe von der Fakultät für Chemie und Biochemie sind Prof. Dr. Anja Mudring, Dr. Paul Campbell, Dr. Joanna Cybinska, Dr. Pushpal Ghosh, Demian Pitz, Dr. Nina von Prondzinski und Dr. Chantal Lorbeer.

„T7 Turbo Promoter“: RNA ist ein Molekül, das für die Entstehung eines Proteins aus einer DNA bedeutsam ist. Die RNA dient dabei als eine Art Dolmetscher, der die Informationen der DNA in die Sprache des Proteins übersetzt. Um die Übersetzung zu beschleunigen, entwarfen Prof. Dr. Klaus Überla, Dr. Alexander Stang und Dr. Siddharta Paul, Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie der Medizinischen Fakultät, eine neue Variante des „T7 Promoters“ für das Enzym T7-RNA-Polymerase. Mit dem Promoter verbessert sich die in vitro- (lateinisch für „im Glas“) Synthese von RNA und Proteinen – die Reaktionszeiten sind kürzer und die RNA- und Proteinkonzentrationen sind deutlich höher. Diese Syntheseform findet man z.B. bei der Produktion therapeutischer RNAs und RNA-Sonden oder zur zellfreien Umwandlung von DNA in Proteine.

rubitec: Ideenreichtum an der RUB

„Wir sind stolz auf Sie“, sagte Prorektor Prof. Dr. Jörg Winter bei der Preisverleihung. „Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Forschung anwendungsorientiert ist.“ Die RUB ehrt im Wettbewerb jedes Jahr drei Forschungsgruppen für ihren Erfindungsreichtum. Eine Jury aus Wissenschaftlern und Vertretern aus Industrie und Wirtschaft wählte diesmal aus 20 Erfindungsmeldungen die drei Besten aus. Als hochschuleigene Agentur betreut die rubitec GmbH Patentverfahren und die Vermarktung von wissenschaftlichen Erfindungen.

Redaktion

Tabea Steinhauer
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Dietmar Tappe, rubitec GmbH, Universitätsstr. 142, 44799 Bochum, Tel. 0234/32-11969
dietmar.tappe@rub.de

 

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Erfinderwettbewerb 2013 Forscher

Zu der Ehrung im Beckmanns Hof kamen ein Teil der „Erfinder“ des Turbo T7 Promoter, Dr. Alexander Stang und Prof. Dr. Klaus Überla (1. und 2. v. l.), der Leuchtstoffbeschichtungen, Demian Pitz, Dr. Paul Campbell und Dr. Pushpal Ghosh (3., 4. und 6. v. l.), und des Verfahren für Lithiumgewinnung aus Meerwasser, Dr. Fabio LaMantia und Alberto Battistel (1. und 3. v. r.)

© RUB, Foto: Schündelen
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