Die Schöne aus dem Orient

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Nummer 214 - Bochum, 22.07.2013

Die Schöne aus dem Orient

Antikenmuseum zeigt Fotos zum Fund der Nofretete-Büste vor 100 Jahren

Vorabbesichtigung am 26. Juli in den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität

Zehn Fotografien aus dem Nachlass des Bildungsreisenden Prinz Johann Georg von Sachsen dokumentieren die Ausgrabung einer sagenumwobenen Büste: „Nofretete – 100 Jahre Entdeckung und Faszination“ heißt die Ausstellung, die der Archäologe Lars Petersen (Uni Freiburg) gemeinsam mit Studierenden erarbeitet hat. Nachdem sie im Uniseum Freiburg erstmals präsentiert wurde, wird die Ausstellung vom 27. Juli bis 29. Dezember im Antikenmuseum (Münzkeller) der RUB-Kunstsammlungen zu sehen sein: dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen (außer Heiligabend), jeweils von 11-17 Uhr; Eintritt frei. Zu einer Vorabbesichtigung am 26. Juli 2013 (12 Uhr) sind die Vertreter der Medien herzlich eingeladen.

Exponate

Der von der Archäologie begeisterte Prinz Johann Georg von Sachsen vermachte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 14.000 Negative, die er auf Reisen durch Syrien, Palästina, die Türkei und Ägypten belichtet hatte. Der Nachlass wird zurzeit im Uniarchiv Freiburg konservatorisch und wissenschaftlich bearbeitet. Dort betont man die Einzigartigkeit einer vollständig erhaltenen Sammlung dieser Größenordnung aus den Anfängen der Amateurfotografie. Neben einem Teil dieser Fotos zeigt die Ausstellung an der RUB eine der ältesten Nachbildungen der Nofretete-Büste, die die RWTH Aachen zur Verfügung stellt. Darüber hinaus wird das Motiv „Nofretete“ in Werbung, Kunst und Alltagsleben untersucht und anhand unterschiedlichster Exponate erläutert (Briefmarken, Wahlplakate etc.).

Königin Nofretete

Königin Nofretete lebte im 14. Jahrhundert vor Christus in einer weitläufigen Palast- und Tempelanlage in der mittelägyptischen Stadt Achet-Aton (heute Tell el-Amarna). Neben ihrer sagenumwobenen Schönheit ist sie ebenso berühmt für ihre Leistungen als Staatsfrau. In ihre Regentschaft fallen bedeutende Reformen in Politik und Religion; so schuf sie beispielsweise die Grundlage für den monotheistischen Götterkult des damaligen Königreiches Ägypten.

Die Ausgrabung

Am 6. Dezember 1912 stieß die Deutsche Orient Gesellschaft unter Leitung des Architekten und Ägyptologen Ludwig Borchardt bei Ausgrabungen in Tell el-Amarna auf die Kalksteinbüste der ägyptischen Königin, die aus dem Atelier des Bildhauers Thutmosis stammt. Ein Jahr später trat die Büste eine Odyssee an, die sie durch Berliner Privatvillen, während des 1. Weltkrieges durch Flakbunker und Salzbergstollen, über verschiedene Museumsstandorte schließlich an ihren derzeitigen Aufbewahrungsort, das Neue Museum Berlin, führte.

Redaktion

Arne Dessaul
Dezernat Hochschulkommunikation

Weitere Informationen

Prof. Dr. Cornelia Weber-Lehmann, Kunstsammlungen der RUB, Tel. Tel. 0234/32-24738, -26782
cornelia.weber-lehmann@rub.de

 

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