Biomoleküle unter Druck

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Nummer 204 - Bochum, 04.07.2013

Biomoleküle unter Druck

RUB-Chemiker an neuer DFG-Forschergruppe beteiligt

Wissenschaftler erforschen den Einfluss hoher Drücke auf Proteine

Was passiert, wenn Proteine unter Druck geraten, untersuchen RUB-Chemiker gemeinsam mit Kollegen der TU Dortmund und der Universität Regensburg in einer neuen DFG-Forschergruppe. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt FOR 1979 „Exploring the Dynamical Landscape of Biomolecular Systems by Pressure Perturbation“ mit 2,4 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre. Sprecher ist Prof. Roland Winter von der TU Dortmund. Von der Ruhr-Universität beteiligt sind die Teams um Prof. Dr. Martina Havenith-Newen vom Lehrstuhl für Physikalische Chemie II und Prof. Dr. Dominik Marx vom Lehrstuhl für Theoretische Chemie.

Druck beeinflusst Struktur und Reaktivität der Proteine

Proteine liegen in der Regel in wässriger Lösung vor. In der neuen Forschergruppe untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welchen Einfluss das umgebende Lösungsmittel auf die Struktur und Reaktivität der Proteine hat, wenn sie erhöhtem Druck ausgesetzt sind. Sie wollen auch neue Erkenntnisse darüber gewinnen, wie sich Proteine selbst zusammensetzen und eine bestimmte räumliche Struktur annehmen. Ein weiteres Ziel des Teams ist es, enzymatische Prozesse steuern zu lernen und an der Membran stattfindende Vorgänge zu kontrollieren.

Proteine unter Extrembedingungen

An manchen Orten auf der Erde herrschen extreme Lebensbedingungen. In der Tiefsee müssen Organismen zum Beispiel zehn Kilometer unter der Wasseroberfläche einem Druck von 1000 bar standhalten. Auch Permafrostregionen stellen besondere Ansprüche an ihre Bewohner. Die strukturellen, dynamischen und funktionellen Eigenschaften von Proteinen unter solchen extremen Verhältnissen sind ein weiterer Forschungsbereich der neuen DFG-Gruppe. Um die Fragen optimal anzugehen, kombinieren die Wissenschaftler experimentelle und theoretische Methoden der Chemie und Physik.

Lösungsmittelchemie an der RUB

Das neue Projekt ist thematisch eng angelehnt an den Forschungsschwerpunkt des Exzellenzclusters „RESOLV“ (Ruhr Explores Solvation, EXC 1069) der Ruhr-Universität Bochum, dessen Sprecherin Martina Havenith-Newen ist. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte das Cluster im Juni 2012.

Redaktion

Dr. Julia Weiler
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Martina Havenith-Newen, Lehrstuhl für Physikalische Chemie II, Fakultät für Chemie und Biochemie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24249
Martina.Havenith@rub.de

Prof. Dr. Dominik Marx, Lehrstuhl für Theoretische Chemie, Fakultät für Chemie und Biochemie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-28083
dominik.marx@theochem.rub.de

Prof. Dr. Roland Winter, Sprecher FOR 1979, Lehrstuhl Physikalische Chemie, TU Dortmund, Tel. 0231/755-3900
roland.winter@tu-dortmund.de

 

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