Was Arbeitnehmer in ihren Organisationen hält

RUB » Pressestelle » Presseinformationen » Kategorie Allgemeines » Presseinformation 180
Nummer 180 - Bochum, 13.06.2013

Was Arbeitnehmer in ihren Organisationen hält

Fragebogen misst die „Treiber“ der Verbundenheit

RUB-Psychologen suchen Kooperationspartner und Teilnehmer

Das „Bochumer Commitment Inventar – BOCOIN“ ist bereit für den Einsatz. Der neu entwickelte Fragebogen misst die Faktoren, die über die Verbundenheit von Mitarbeitern mit ihrem Arbeitgeber entscheiden. An 800 Berufstätigen erhob das Projektteam Testentwicklung der Ruhr-Universität „BOCOIN“-Daten. Betriebsklima, Arbeitgeberattraktivität und Vertrauen in die Führung stellten sich als wichtigste Aspekte für die Verbundenheit zur Organisation heraus. Organisationen, die die treibenden Faktoren im eigenen Haus testen wollen, können den elektronischen Fragebogen kostenlos vom Projektteam Testentwicklung der Fakultät für Psychologie (E-Mail: bip@rub.de) erhalten.

Optimierte Version für Unternehmen

Der nach der Forschungsphase optimierte Fragebogen enthält 50 Fragen; die Bearbeitungszeit beträgt etwa zehn Minuten. Nach wie vor können auch Privatpersonen teilnehmen und einen „BOCOIN“-Ergebnisbericht erhalten. Mitmachen kann jeder, der mindestens 15 Stunden pro Woche in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis tätig ist. Der Fragebogen ist im Internet zugänglich unter: https://www.testentwicklung.rub.de/bi_/?q=pBOCOIN-R4&r=pi.

Vertrauen in die Organisationsführung – ganz Kleine und ganz Große im Vorteil

„Gerade in Krisenzeiten vertraue ich der Unternehmensleitung“, lautet eine Aussage im Fragebogen, für die sich statistisch bedeutsame Resultate ergaben. Das Vertrauen in die Organisationsführung ist in kleinen Organisationen mit 1 bis 50 Mitarbeitern und sehr großen Organisationen mit mehr als 50.000 Mitarbeitern vergleichsweise hoch ausgeprägt. „Das liegt vermutlich daran, dass in kleinen Organisationen Inhaber oder Geschäftsführer sehr präsent und leicht greifbar sind. Strategien und Ziele können sie den Mitarbeitern direkt und glaubwürdig vermitteln“, sagt Philip Frieg vom Projektteam Testentwicklung. In sehr großen Organisationen seien die obersten Führungskräfte zwar weniger physisch präsent. Aber sie haben völlig andere Möglichkeiten der Kommunikation und Selbstdarstellung als kleinere Organisationen, etwa durch professionelle Pressearbeit. „Außerdem handelt es sich bei den Lenkern dieser Organisationen meist um hoch respektierte Personen, die möglicherweise auch blindes Vertrauen der Mitarbeiter an der Basis genießen, im Sinne von: ‚Die da oben machen das schon‘“, ergänzt Frieg. Verantwortliche in mittelgroßen bzw. mittelständischen Organisationen haben es laut den Bochumer Forschern schwerer, das Vertrauen der Mitarbeiter zu erlangen. Einerseits können Sie nicht in dem hohen Maße physisch präsent sein wie die Führungskräfte kleiner Organisationen, andererseits verfügen sie nicht über das Ansehen und die Kommunikationsmöglichkeiten wie die Vorstände großer Konzerne.

Redaktion

Dr. Julia Weiler
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Rüdiger Hossiep, Projektteam Testentwicklung, Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24623
bip@rub.de

 

Angeklickt