Kunst, auf der man sich bewegt

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Nummer 121 - Bochum, 18.04.2013

Kunst, auf der man sich bewegt

RUB-Kunstsammlungen zeigen Werke von Franz Erhard Walther

Der Künstler kommt am 25. April nach Bochum

Vom 25. April bis zum 1. September zeigen die Kunstsammlungen der RUB im Kubus von Situation Kunst die Ausstellung „Perpetuum mobile: Lager Sockel Handlung“. Zu sehen sind darin Werke des Bildhauers Franz Erhard Walther, der die Kunst maßgeblich verändert hat. Mit seinen Werksätzen, die aus Betrachtern Teilnehmer machen, gilt er als Pionier der Partizipationskunst. Die Ausstellung präsentiert raumbezogene und grafische Arbeiten, die zeigen, dass Walther Kunstproduktion und -rezeption als permanenten Prozess begreift: Aus Lagerformen werden Werke, die als Sockel dienen können oder zu Handlungen animieren. Am 25. April findet um 11 Uhr eine Pressekonferenz sowie um 18 Uhr die feierliche Eröffnung statt. Franz Erhard Walther ist zu beiden Terminen anwesend.

US-amerikanische Einflüsse

Franz Erhard Walther (geb. 1939 in Fulda) studierte Anfang der 60er-Jahre mit Gerhard Richter, Sigmar Polke und Joseph Beuys bei Karl Otto Götz an der Düsseldorfer Kunstakademie. Während sich Richter und Polke an der Pop Art orientierten und Beuys Impulse von der Fluxus-Bewegung aufnahm, entwickelte Walther seine künstlerische Sprache im Umfeld der US-amerikanischen Kunst der 60er- und 70er-Jahre. In der US-Kunst dieser Zeit ging es darum, den europäischen Werkbegriff zu verabschieden. Das Publikum wurde in den Prozess der künstlerischen Aktion einbezogen. Hier setzt auch Walther an. Viele internationale zeitgenössische Künstler wie Tino Seghal oder Santiago Sierra beziehen sich in ihrer Arbeit ausdrücklich auf ihn. Und international renommierte Ausstellungsinstitutionen wie die Dia Art Foundation (2010-12) oder das Museum of Modern Art in New York (2012-13) unterstreichen mit Ausstellungen und Werkvorführungen die Bedeutung seiner Arbeit für die zeitgenössische Kunst.

Von Studierenden mitgestaltet

Diese Aktualität wird auch in der Kubus-Ausstellung deutlich. Ortsspezifische Installationen und Zeichnungen führen zentrale Aspekte der Arbeit von Walther vor Augen und machen den transitorischen Status von Gegenständen in seinem Werk deutlich. Je nach Einbindung und Gebrauch verwandeln sie sich von Lagerformen zu Werkformen und zu Objekten, die zu Handlungen einladen und als Sockel für Akteure fungieren. So dienen Werkstücke aus den Jahren 1969 bis 2003 als Elemente für eine neue ortsbezogene Installation. Walthers „Schreit- und Standstücke“ ermöglichen neue Raum- und Werkerfahrungen: Die Besucher werden eingeladen, sich auf ihnen zu bewegen und so die Objekte, den Raum und auch die Beziehung zueinander sowie zu anderen Akteuren neu zu erfahren. Korrespondierend dazu veranschaulichen Grafiken den prozessualen Charakter von Walthers handlungsbezogener künstlerischer Arbeit. Die Kubus-Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler erarbeitet. Beteiligt waren ebenfalls Studierende der Kunstgeschichte, die in der Masterphase ihres Studiums in den Prozess der Ausstellungsrealisation und in deren Vermittlung einbezogen werden. Zwei Seminare am Kunstgeschichtlichen Institut der RUB haben sich eingehend mit der Walther-Ausstellung beschäftigt: eines im Wintersemester 2012/2013 sowie eines, das gerade noch im Sommersemester 2013 läuft.

Redaktion

Arne Dessaul
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Dr. Friederike Wappler, Wissenschaftliche Leiterin der RUB-Kunstsammlungen/Abteilung Moderne und Situation Kunst, Tel. 0234-3227271
friederike.wappler@rub.de

Claudia Rinke, Assistenz der wissenschaftlichen Leitung, Tel. 0234-3224669
claudia.rinke@rub.de

 

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