Spuren digitaler Spielepraxis

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Nummer 119 - Bochum, 17.04.2013

Spuren digitaler Spielepraxis

Ausstellungseröffnung am 23. April in der UB

Sozialwissenschaftliche Studienprojekte der RUB

Lara Croft und Call of Duty treffen auf RUB-Forscher: Die Ergebnisse des Seminars zum Thema „Computerspiele, Gefährdung, Gewalt“ unter der Leitung von Prof. Dr. Estrid Sørensen präsentieren Studierende der Sozialwissenschaft in der Ausstellung „Spuren digitaler Spielepraxis“ vom 23. April bis zum 31. Mai.

Einladung

Am 23. April um 14 Uhr sind alle Interessierten und die Medien herzlich zur Ausstellungseröffnung in der Universitätsbibliothek eingeladen (Ebene1/ Raum 09).

Zwei Seiten eines Spiels

6,5 Millionen verkaufte Spiele am ersten Tag – „Call of Duty: Modern Warfare 3“ hat 2011 mit seinem Umsatz von über 400 Millionen US Dollar jeden bisherigen Kinofilm in den Schatten gestellt. Heutzutage haben sich Computerspiele zum weit verbreiteten Zeitvertreib etabliert. Dafür sprechen die stetig steigenden Verkaufszahlen sowie die immer größer werdende Anzahl von Computerspieladaptationen. Lara Croft wie auch Hitman bevölkern nicht mehr nur die Spielwelt, sondern auch die Leinwände der Filmpaläste. Die gesellschaftliche Position, die einem „Schlüsselmedium“ gleichkommt, lässt aber auch andere Stimmen erklingen, die ein großes Gefährdungspotential in den Spielen sehen – etwa dass Gewaltspiele potenzielle Amokschützen ausbilden oder zur „digitalen Demenz“ führen können.

Die RUB bildet aus

Unter der Leitung von Prof. Dr. Estrid Sørensen wurden die Hintergründe von Computerspielen in einem zweisemestrigen Seminar untersucht. Nicht die Gefährdung durch Gewaltspiele an sich stand dabei im Vordergrund, sondern das „Was“ und „Wie“: Was beziehungsweise wie denken Menschen über Videospiele? Was wissen und fühlen sie und wie handeln sie in Bezug auf die Spiele? Im ersten Seminarteil erhielten die Studierenden eine fundierte Ausbildung in sozialwissenschaftlichen Analyse- und Datenerhebungsmethoden. Auf dieser Grundlage wurden sechs Gruppen gebildet, die nach monatelanger Datenerhebung und Analysearbeit jetzt ihre zentralen Ergebnisse ausstellen.

„Spuren digitaler Spielepraxis“

Einen Bereich der Ausstellung bilden die Kategorisierungen von Gewaltspielen und ihre Diskussionen in den Medien. Ferner werden die Ergebnisse einer Verhaltensanalyse von Schulkindern beim gemeinsamen Spielen von Videospielen sowie eine Darstellung der verschiedenen Interaktionstypen beim Spiele-Einkauf vorgestellt. Mit Lara Croft ist auch eine Kultfigur der Spieleszene vertreten. An ihr wird der Mythos vom Sexsymbol erklärt, wobei der Fokus auf den Figurendialogen und der visuellen Gestaltung von Weiblichkeit im Videospiel liegt.

Redaktion

Cosima Schütte
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Estrid Sørensen, Mercator Forschergruppe „Räume anthropologischen Wissens“, Tel. 0234/32-27949
estrid.sorensen@rub.de

 

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