Den Funktionsatlas der Peroxisomen erweitern

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Nummer 65 - Bochum, 04.03.2013

Den Funktionsatlas der Peroxisomen erweitern

EU-Projekt „PerFuMe“ mit RUB-Beteiligung bildet Nachwuchsforscher aus

3,9 Millionen Euro für „Marie Curie Initial Training Network“

Obwohl Peroxisomen von Hefepilzen bis zu Menschen vorkommen, ist unser Wissen um die Funktionen dieser Zellorganellen auch nach 60 Jahren Forschung noch vergleichsweise gering. Das soll das Nachwuchsförderprogramm „PerFuMe: Peroxisome Function Metabolism” ändern, an dem auch Forscher um Prof. Dr. Ralf Erdmann von der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität beteiligt sind. Prof. Dr. Ida van der Klei von der Universität Groningen koordiniert das „Marie Curie Initial Training Network“, das die EU im FP7-Programm mit insgesamt 3,9 Millionen Euro für vier Jahre fördert. Elf europäische Forschergruppen bilden 16 Nachwuchswissenschaftler aus, die neue Einblicke in die Funktion der Peroxisomen gewinnen sollen.

Europas Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Entwicklung stärken

Ziel des EU-Förderprogramms ist es, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler so auszubilden, dass sie in Zukunft führend auf ihrem Forschungsgebiet werden, interdisziplinäre Fragen mit globaler Auswirkung lösen und somit Europas Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Entwicklung stärken. Die Kooperationspartner wollen 12 Doktoranden und vier Postdoktoranden an der Schnittstelle von Medizin, Pflanzen- und Pilzbiologie im Umgang mit modernsten Technologien schulen. Spitzenforscher trainieren die Nachwuchsforscher in Zellbiologie, Biochemie, Genomanalyse, Proteomik, Bioinformatik, Proteinstrukturanalyse sowie der Analyse von Stoffwechselprodukten. „Damit verbindet ‚PerFuMe‘ zum ersten Mal verschiedene Disziplinen, die bislang separate Forschungsfelder im Bereich der Peroxisomenbiologie waren“, sagt Ralf Erdmann. Wissenschaftler an der RUB erforschen die molekularen Grundlagen der Entwicklung und Funktion der Peroxisomen und tragen so maßgeblich zum Gelingen des Vorhabens bei.

Medizin, Landwirtschaft und Biotechnologie profitieren von der Peroxisomenforschung

„Peroxisomen sind entscheidend für das Überleben von Zellen“, erläutert der Bochumer Mediziner die Bedeutung des Projekts. „Babys mit angeborenen Defekten der Peroxisomen sterben meistens sehr früh.“ Die Funktion dieser Zellorganellen besser zu verstehen, ist aber nicht nur für die Medizin von Bedeutung, sondern auch für die Landwirtschaft und Biotechnologie. So sind Peroxisomen beispielsweise an der Produktion der Antibiotika durch Pilze beteiligt, die das neu gegründete Konsortium optimieren möchte.

Kooperationspartner

Das interdisziplinäre Konsortium besteht aus elf europäischen Wissenschaftlergruppen von Forschungsinstituten, Universitäten und führenden Firmen verschiedener Industriezweige. Eine Liste aller Partner findet sich im Internet unter: http://www.itn-perfume.eu/partners.

Redaktion

Dr. Julia Weiler
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ralf Erdmann, Abteilung für Systembiochemie, Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24943
ralf.erdmann@rub.de

 

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