Der BvB im Spagat

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Nummer 63 - Bochum, 01.03.2013

Der BvB im Spagat

Internationaler Fallstudienwettbewerb in der Wirtschaftswissenschaft

Bochumer und Berliner Forscher in der Kategorie „Hot Topic“ ausgezeichnet

Wie Borussia Dortmund den Spagat zwischen sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg der Aktionäre vollzieht, hat Prof. Dr. Bernhard Pellens vom RUB-Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften mit zwei Kollegen der Berliner European School of Management and Technology beleuchtet. Mit der gemeinsam verfassten Fallstudie belegten die Autoren den ersten Platz beim internationalen Wettbewerb des European Case Clearing House in der Kategorie „Hot Topic“. Damit setzten sie sich gegen renommierte Konkurrenten wie die Harvard University oder die INSEAD Business School durch.

Das Dilemma: Sport und Wirtschaft unter einen Hut bringen

Seit der BvB 2000 an die Börse ging und sich dort über eine Aktienausgabe finanzierte, entstand der Spagat zwischen sportlichem und Aktionärserfolg für das börsennotierte Unternehmen. In den Folgejahren wurde ein Gesamtverlust von 145 Millionen Euro eingefahren, und die Aktionäre erlitten dramatische Kursverluste. Anfang 2005 drohte dem BvB die Insolvenz und es stellte sich die spannende Frage, wie sportlicher und wirtschaftlicher Erfolg vereint werden können: Profit machen und so die Aktionäre zufriedenstellen oder den sportlichen Erfolg für die Fans und die Ehre des Clubs maximieren? Was konnten die Manager ihren Aktionären bieten? Diese Fragen und die strategischen Ziele des börsennotierten BvB diskutieren Prof. Bernhard Pellens, Dr. Urs Müller und Ulrich Linnhoff – in Abstimmung mit der Geschäftsleitung von Borussia Dortmund – in der prämierten Fallstudie „Defining the Purpose of Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA“.

Fallstudien: Lösungswege aus dem Wirtschaftsdilemma aufzeigen

Fallstudien beschreiben eine wirtschaftliche (Extrem-)Situation, deren Ausgang unklar ist und die Führungspersönlichkeiten zu Handlungsentscheidungen zwingt. Die Autoren arbeiten zunächst das Problem heraus und zeigen dann mögliche Lösungsansätze auf. Anhand einer Fallstudie können Wirtschaftswissenschaftler das Problem diskutieren, analysieren und so tief in die Entscheidungssituation einsteigen. Vorreiter für die Fallstudienmethode war die Harvard University. Heute sind Fallstudien ein beliebtes Mittel in der Wirtschaftslehre. Das European Case Clearing House setzt sich dafür ein, dass die Methode weitere Verbreitung findet, unter anderem durch die “ecch Case Awards”, die seit 1991 jährlich stattfinden, früher unter dem Titel „European Case Awards“.

Redaktion

Ricarda Rau/Dr. Julia Weiler
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Bernhard Pellens, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Ruhr-Universität, 44780 Bochum,
Tel. 0234/32-23832
pellens@iur.rub.de

Dr. Urs Müller, European School of Management and Technology, Berlin, Tel. 030/21231-8057
urs.mueller@esmt.org

 

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