Jürgen Margraf ist neuer Präsident der DGPs

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Nummer 318 - Bochum, 27.09.2012

Jürgen Margraf ist neuer Präsident der DGPs

Psychologenverband wählt Forscher der Ruhr-Universität

Experte für Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten psychischer Störungen

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs) hat am 26. September 2012 den Bochumer Wissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Margraf zu ihrem neuen Präsidenten und Nachfolger von Prof. Dr. Peter A. Frensch gewählt. Neue Vizepräsidentin wurde Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm (Universität Erlangen-Nürnberg). Als zweiter Vizepräsident wurde Prof. Dr. Gerhard Stemmler (Philipps-Universität Marburg) im Amt bestätigt.

„Unser Hauptanliegen ist der Mensch“

Jürgen Margraf ist seit März 2010 Alexander-von-Humboldt-Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Ruhr-Universität Bochum. Er leitet dort zusammen mit Prof. Dr. Silvia Schneider das neu etablierte Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit. Margraf ist ein weltweit führender Experte für Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten psychischer Störungen. Prof. Margraf war Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie der Bundesrepublik Deutschland und Präsident des europäischen Dachverbandes für Verhaltenstherapie (European Association for Behavioural and Cognitive Therapies). Er ist Mitglied der Akademie der Naturforscher Leopoldina (Nationale Akademie der Wissenschaften) und erhielt mit der Humboldt-Professur als erster Psychologe den höchstdotierten deutschen Forschungspreis. „Ich möchte auf der Arbeit des bisherigen Vorstandes aufbauen und damit dazu beitragen, dass der Einfluss der wissenschaftlichen Psychologie auf die öffentliche Wahrnehmung und Gestaltung unseres Fachgebietes weiter gestärkt wird“, sagte der Klinische Psychologe und Psychotherapeut Margraf nach seiner Wahl. „Die Psychologie ist ein faszinierendes Fach an der Schnittstelle von Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften. Dabei verlangt das enorm gewachsene Interesse an psychologischen Themen eine aktivere Rolle in der Kommunikation des Beitrags der Psychologie zur den drängenden Fragen unserer Gesellschaft.“ Margraf skizzierte auch die wissenschaftspolitische Aufgabenstellung des Vorstandes: „Unser Ziel ist, ein fundiertes Psychologiestudium auch im aktuellen hochschulpolitischen Umfeld der ständigen Reformen sicherzustellen. Zudem wollen wir unseren Einfluss in der Forschungsförderung – auch im Verbund mit Nachbardisziplinen – zum Wohle der Menschen einsetzen. Denn unser Hauptanliegen ist der Mensch.“

„Gesellschaftliche Probleme bewältigen“

Die neue Vizepräsidentin der DGPs Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm (Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) will ebenfalls an die erfolgreiche Arbeit des bisherigen Vorstandes anknüpfen. „Die Psychologie ist als wissenschaftliches Fach stark, wenn sie die Einheit in der Vielfalt bewahrt, das heißt Teildisziplinen fördert, aber das Ganze im Auge behält und nicht der Gefahr des „Schachteldenkens“ erliegt“, sagte sie bei ihrer Bewerbung. „Dies gilt für Masterstudienprogramme genauso wie für Graduiertenschulen. Ich halte wissenschaftlich fundierte Kompetenz zur Bewältigung gesellschaftlicher Probleme für eine wesentliche Zielsetzung der Psychologieausbildung.“ Abele-Brehm will sich darüber hinaus für ein neues Bewertungssystem einsetzen. „Wir sollten über die Währung der wissenschaftlichen Leistung nachdenken“, sagte sie. „Zusätzlich zu quantitativen Indikatoren müssen wir weitere Parameter bestimmen, die bei der Graduiertenausbildung, bei Berufungsverfahren oder bei Preisvergaben Berücksichtigung finden können.“

DGPs Kongresses 2014 in Bochum

Neuer Beisitzer und gleichzeitig Ausrichter des in Bochum stattfindenden 49. DGPs Kongresses 2014 ist der Biopsychologe Prof. Dr. Onur Güntürkün (Institut für Kognitive Neurowissenschaft, RUB-Fakultät für Psychologie). „Die Psychologie in Deutschland steht sehr gut da“, erklärte Güntürkün auf der Hauptversammlung der DGPs. „An verschiedenen Standorten entstehen international eng verflochtene Forschungsschwerpunkte. Sie bilden die kritische Masse für große Forschungsverbünde.“ Er forderte außerdem: „Wir sollten dafür sorgen, dass ein einheitlicher Kanon der Psychologie im Bachelor gelehrt wird. Im Masterstudium können dann standortspezifische Profile dazu beitragen, dass wir weiter auf internationalem Spitzenniveau forschen. Gleichzeitig bleiben wir für Studenten und Wissenschaftler attraktiv.“

Über die DGPs

Der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Andreas Frey von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Sozialpsychologe Prof. Dr. Roland Deutsch von der Technischen Universität Dresden vervollständigen als Schatzmeister und Schriftführer das sechsköpfige Führungsgremium der DGPs. Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs) ist die Vereinigung der in Forschung und Lehre arbeitenden Psychologinnen und Psychologen, ein rechtsfähiger, gemeinnütziger Verein. Über 3.000 Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind in der DGPs zusammengeschlossen; ihr gemeinsames Ziel ist es, mit den Resultaten ihrer Arbeit Stellung zu beziehen in der Welt der Universitäten, der Forschung und dem Alltag. Psychologische Erkenntnis da zu verbreiten, wo sie nützlich ist und helfen kann. Dazu will auch die DGPs beitragen: durch die Bündelung und Verbreitung relevanter Information, durch Anstöße zur Verbesserung der Lehre, durch Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen und anderen Ländern, durch kluge Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs und durch Information einer interessierten Öffentlichkeit.

Redaktion

Arne Dessaul
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Jürgen Margraf, Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Zentrum für Psychotherapie der RUB, Tel. 0234/32-28169
juergen.margraf@rub.de

Pressestelle des 48. Kongress der DGPs, Milde Marketing Science Communication, Merkurstr. 12, 14482 Potsdam, 0331-583 93 54
dgpskongress@mildemarketing.de

 

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