Von wegen weiß: Antike Skulpturen waren farbenprächtig

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Nummer 209 - Bochum, 20.06.2012

Von wegen weiß: Antike Skulpturen waren farbenprächtig

„Bunte Götter“ in den Kunstsammlungen der RUB

Mit Pressetermin – Sonderausstellung wird am 27. Juni feierlich eröffnet

Antike griechische oder römische Skulpturen erstrahlen weiß; davon ist auch unsere Vorstellung der antiken Welt geprägt. Ein Irrtum, denn die Plastiken und Tempel waren in der Antike sehr bunt. Das zeigt nun das Antikenmuseum in den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität, das im Frühjahr sehr kurzfristig das Angebot bekommen hat, die renommierte Wanderausstellung „Bunte Götter – Die Farbigkeit antiker Skulptur“ zu präsentieren. Sie ist seit 2003 in verschiedenen Varianten und stetigen Erweiterungen in der ganzen Welt zu sehen. Nun wird die Ausstellung vom 28. Juni bis zum 28. Oktober in Bochum präsentiert (Di-Fr 11-17, Sa/So 11-18 Uhr; Eintritt frei). Die Ausstellung wird feierlich am 27. Juni, 18 Uhr, eröffnet.

Vorbesichtigung

Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen zur einer Vorbesichtigung und Erläuterung der Ausstellung durch die Organisatorin, Prof. Dr. Cornelia Weber-Lehmann: Mittwoch, 27. Juni, 12 h, in den Kunstsammlungen.

18 bunt rekonstruierte Meisterwerke

Die Ausstellung hat bei Fachleuten und beim breiten Publikum größte Aufmerksamkeit gefunden. Sie stellt sich dem Problem der antiken Marmor-Polychromie und versucht, die Farbigkeit antiker Skulptur aufgrund neuer und neuester Forschungstechniken an Gipsabgüssen zu rekonstruieren. In den Kunstsammlungen zu sehen sind 18 Meisterwerke griechischer Kunst in bunt bemalten Rekonstruktionen, die einen überraschenden Einblick geben in die Welt des klassischen Griechenland: Hier beherrschte keinesfalls das für uns Heutige so vertraute schlichte Weiß des Marmors die Kunst und Architektur. Gezeigt werden meist lebensgroße Statuen, aber auch Relieffriese von antiken Bauten mit Mythendarstellungen sowie römische Porträts, die in ihrer farbigen Fassung besonders lebensnah wirken. Ergänzt werden diese Objekte durch eine Dokumentation der Forschungsgeschichte und der fotografischen und naturwissenschaftlichen Techniken zur Wiedergewinnung der Informationen über die antiken Malfarben.

Heimkehr nach Bochum

Die „Bunten Götter“ sind schon durch Europa und die USA gereist (Los Angeles, Boston, Athen, Madrid, Istanbul, Kopenhagen, Berlin, Basel, Stockholm, Amsterdam). Die Station Bochum kann man als eine Art Heimkehr bezeichnen: Die Bochumer Archäologie ist in ganz besonderer Weise mit den Forschungen zur antiken Marmor-Polychromie verbunden. Diese Diskussion, die im Grunde genommen seit Johann Joachim Winckelmanns Tagen, also seit dem 18. Jahrhundert geführt wird, hat der emeritierte Lehrstuhlinhaber für Klassische Archäologie an der RUB, Volkmar von Graeve, wesentlich mitbestimmt. Seit 1980 hat er ein Team um sich gesammelt, das die Marmorkunstwerke in den Museen der ganzen Welt auf Farbspuren hin untersucht hat. Dadurch konnte die Materialbasis für die Polychromieforschung dramatisch erweitert werden. Vinzenz Brinkmann und seine Frau Ulrike Koch–Brinkmann, beide Schüler von Volkmar von Graeve, haben diese Forschungen in 30-jährigem Einsatz vorangetrieben und durch ihre Farbrekonstruktionen weltbekannt gemacht. Vinzenz Brinkmann war lange Jahre Hochschulassistent an der RUB. Hier hat er sich 2001 habilitiert und hält – neben seiner Funktion als Direktor des Liebieghauses in Frankfurt – regelmäßig Lehrveranstaltungen ab. Mit dem Liebieghaus kooperiert das RUB-Antikenmuseum bei dieser Sonderausstellung, genau wie mit der Stiftung Archäologie München.

Redaktion

Arne Dessaul
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Cornelia Weber-Lehmann, Kustodin des Antikenmuseums in den Kunstsammlungen der RUB, Tel. 0234/32-24738, -22528
cornelia.weber-lehmann@rub.de

 

Angeklickt

 

Paris

Paris: Bunte Skulptur aus der Ausstellung

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Athena

Athena: Skulptur

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