Ruhr-Universität trauert um Hans Seifert

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Nummer 79 - Bochum, 07.03.2012

Ruhr-Universität trauert um Hans Seifert

Pionier der CAD-Technik

1969 an die Fakultät für Maschinenbau berufen

Die Ruhr-Universität Bochum trauert um ihren Emeritus Prof. Dr.-Ing. Hans Seifert, der am 27. Februar nach langer Krankheit gestorben ist. 1969 wurde mit ihm der erste Lehrstuhl für Maschinenelemente und Konstruktionstechnik an der Fakultät für Maschinenbau besetzt. Durch seine Aktivitäten in der Universitätskommission für Forschung, als Dekan und als Prorektor hat Seifert die Fakultät wie auch die gesamte Universität entscheidend mitgeprägt.

Maschinenkonstruktionslehre und Kraftfahrzeugbau

Unmittelbar nach Kriegsende absolvierte Hans Seifert die Reifeprüfung und danach eine Mechaniker-Lehre. Von 1949 bis 1953 folgte das Maschinenbaustudium an der Universität Karlsruhe und anschließend bis 1957 die Zeit als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Maschinenkonstruktionslehre und Kraftfahrzeugbau in Karlsruhe, wo er 1960 über ein neuartiges Verfahren zur Berechnung instationärer Gasströmungen promoviert wurde. Beide Bereiche, Maschinenkonstruktionslehre und Kraftfahrzeugbau, prägten seinen weiteren Berufsweg. Bis 1962 war Seifert als Leiter der Entwicklungs- und Forschungsabteilung der Motorenwerke Mannheim beschäftigt. Anschließend arbeitete er bis 1969 als Technischer Leiter der Firma Gebr. Seifert in Lüdenscheid. Während seiner Industrie-Jahre blieb Hans Seifert als Lehrbeauftragter mit der Hochschule verbunden.

Aktiv auch nach der Emeritierung

Der Lehrstuhl für Maschinenelemente und Konstruktionslehre, den Prof. Seifert bis zu seiner Emeritierung 1993 innehatte, zeichnete sich durch eine Vielseitigkeit aus, die sowohl seine Persönlichkeit als auch die frühen Jahre der Ruhr-Uni widerspiegeln. Ursprünglich eher in Richtung Motorenbau orientiert, legte Seifert einen weiteren Schwerpunkt im Rechnerunterstützten Konstruieren. Er gehört damit zu den erfolgreichen Pionieren der CAD-Technik. Weitere Forschungsschwerpunkte wurden die Bereiche Hydrodynamische Gleitlager – Hans Seifert ließ den seinerzeit weltgrößten Prüfstand bauen – und Konstruktionsmethodik. Die Konstruktionsmethodik lag ihm besonders am Herzen. Nach seiner Emeritierung arbeitete er auf diesem Gebiet mit großer Begeisterung weiter. Daneben entwickelte Hans Seifert in den letzten zehn Jahren großes Interesse an der Brennstoffzellentechnologie und erzielte auch hier wertvolle Forschungsergebnisse. Prof. Seifert war Mitgründer und Gesellschafter mehrerer Unternehmen, die auf der Grundlage seiner wissenschaftlichen Arbeiten entstanden. Er war Mitglied der Ingenieurgesellschaft für rechnerunterstützte Motorenentwicklung und Mitglied der ehemaligen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Maschinenelemente, Konstruktionstechnik und Produktentwicklung (heute Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktentwicklung).

Mehr als 90 Veröffentlichungen

Die Ergebnisse des wissenschaftlichen Wirkens von Prof. Seifert sind in mehr als 90 Veröffentlichungen dokumentiert. Seine Doktoranden, die heute in vielen bedeutenden Unternehmen sowie als Professoren an Universitäten und Fachhochschulen erfolgreich tätig sind, legen ein breites Zeugnis über die Leistungen von Prof. Seifert in Forschung und Lehre ab. Die Fakultät für Maschinenbau empfindet großen Respekt vor seinem Lebenswerk und wird die Forscherpersönlichkeit und den Kollegen Hans Seifert in ehrenvoller Erinnerung behalten.

Redaktion

Arne Dessaul
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Dr. Iris Bertozzi, Fakultät für Maschinenbau, PR & Internationalisierung, Tel: 0234-3227265
iris.bertozzi@rub.de