„Vernunft und Glaube“

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Nummer 425 - Bochum, 22.12.2011

„Vernunft und Glaube“

Den der Stachel des Widerspruchs lockt

„Spektrum der Wissenschaft“ veröffentlicht Leitartikel von RUB-Philosophen

In diesen Tagen ist christliche Tradition wieder in: Wir singen „Christus ist geboren“ oder „Ihr Kinderlein kommet“ und begrüßen den „Heiland“. Doch „wie kann man von der Erlösung, der Wahrheit, der Botschaft für alle Menschen aller Zeiten sprechen – und noch dazu mit Bezug auf einen jüdischen Palästinenser, der vor 2000 Jahren lebte?“ Und „wie kann man behaupten, dass es einen Gott gibt, und zugleich, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist allesamt göttlich sind?“ Solche Widersprüche sind der Ausgangspunkt von Prof. Dr. Dr. Christian Tapp in seinem Aufsatz „Vernunft und Glaube“, der soeben als Leitartikel im neuen Heft von „Spektrum der Wissenschaft“ (01/2012) erschienen ist. Prof. Tapp ist Juniorprofessor für Philosophisch-Theologische Grenzfragen in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum und Leiter der Emmy-Noether-Nachwuchsforschergruppe "Infinitas Dei".

Verständliche Analyse eines widersprüchlichen Verhältnisses

Tapp fragt in seinem Beitrag nach dem „Verhältnis von Glaube und Vernunft, von Religion und Wissenschaft“ und wie sie heute koexistieren können. Ausgehend von einer Reihe eklatanter Widersprüche analysiert und kontrastiert er sehr präzise und auch für den theologisch-philosophischen Laien äußerst verständlich die Methoden von Theologie und moderner Wissenschaft. Tapp diskutiert Formen des Umgangs mit den Widersprüchen und die philosophischen Standpunkte von der hermeneutischen Textexegese bis hin zur modernen Naturwissenschaft. Als Theologe scheut er sich nicht, die „Zwickmühle“ seiner eigenen Wissenschaft darzulegen und im modernen Wissenschaftskanon politisch zu verorten. So zeigt er, dass z.B. „der ontologische Naturalismus, der behauptet, dass es nur dasjenige gibt, was naturwissenschaftlich fassbar ist, wohl unvereinbar mit dem Glauben“ ist. Ganz anders verhält es sich mit dem „methodischen Naturalismus, der nur fordert, sich in der Naturwissenschaft auf das empirisch Fassbare zu beschränken: Damit sollte kein Gläubiger ein Problem haben.“ Ein „positives Verhältnis zur Vernunft“ ist nach Tapp für die Theologie „kein Ruhekissen, sondern dauernder Anspruch, Widersprüche zu beseitigen und Verstehen zu ermöglichen.“

Redaktion

Dr. Josef König
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Dr. Christian Tapp, Juniorprofessor für Philosophisch-Theologische Grenzfragen, Leiter Emmy-Noether-Nachwuchsforschergruppe "Infinitas Dei", Katholisch-Theologische Fakultät Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-29387
ph-th@rub.de

 

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