Neue Lehrer gewinnen

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Nummer 404 - Bochum, 07.12.2011

Neue Lehrer gewinnen

Ergebnisse der Begleitforschung zum NRW-Eignungspraktikum

RUB-Pädagogik: Hilfreiche Befunde für die Lehrerausbildung

Das noch junge Eignungspraktikum für künftige Lehramtsstudierende in NRW hilft bei der Berufsorientierung: Die Praktikanten schätzen die frühe und breite Berufserkundung sehr und fühlen sich mehrheitlich in ihrem Berufswunsch bestätigt. Das ist das zentrale Ergebnis der Begleitforschung zum Eignungspraktikum. Ein Forscherteam der RUB (Prof. Dr. Gabriele Bellenberg, Dr. Christian Reintjes) und der Bergischen Universität Wuppertal (Prof. Dr. Cornelia Gräsel, Jun.Prof. Dr. Falk Radisch, Jun.Prof. Dr. Viola Hartung-Beck) hat die seit 2010 verpflichtende Praxisphase erstmals wissenschaftlich untersucht und die Ergebnisse auf einer Tagung vorgestellt.

Den Lehrerberuf erleben

„Die jungen Praktikanten, die gerade mit dem Abitur in der Tasche die Schule verlassen haben, erleben im Eignungspraktikum den Lehrerberuf von bisher unbekannten Seiten“, sagt Dr. Christian Reintjes vom Institut für Erziehungswissenschaft der RUB. „Sie nehmen an Lehrerkonferenzen teil, beobachten Beratungsgespräche mit Eltern und werden an Unterrichtsvorbereitungen beteiligt“. Die Rückmeldungen der Praktikanten, die die Bochumer Forscher aufbereitet haben, zeigen, dass sich die Lehramtsinteressierten nach dem Praktikum in vielen Bereichen des Berufs für sehr kompetent halten. „Diese Haltung kann jedoch möglicherweise dazu führen, dass sie bei Studienbeginn für die theorieorientierten Zugänge der universitären Ausbildung nicht mehr empfänglich sind“, so Prof. Bellenberg. Zudem müssten sich die Universitäten wie auch das NRW-Schulministerium weiterführende Gedanken machen, wie sie das Eignungspraktikum mit dem Studium und dem späteren Orientierungspraktikum zu einem schlüssigen Gesamtkonzept verbinden.

Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Die Wuppertaler Forscher konnten in der Studie belegen, dass das Potenzial der Eignungsberatung durch die schulischen Mentoren nicht immer hinreichend ausgeschöpft wird: Die „Mentoren“ – Lehrer – reflektieren mit den Praktikanten die schulischen Erfahrungen überwiegend vor dem Hintergrund ihrer eigenen Lehrerbiografie. Wünschenswert wären aber professionelle und objektive Reflektionen im Beratungsprozess, um den Rollen- und Perspektivwechsel der Praktikanten zu unterstützen, so die Wissenschaftler.

Praxisphasen verzahnen

„Die Befunde sind hilfreich, die Lehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen insgesamt zu verbessern und die neu eingeführten Praxisphasen besser zu verzahnen“, sagt Dr. Ulrich Heinemann vom Schulministerium NRW, das die Bochumer und Wuppertaler Forscher mit dem Projekt beauftragte. Der Abschlussbericht liegt Mitte Januar vor. Seit einem Jahr bietet das Schulministerium das sogenannte Eignungspraktikum an, das Studieninteressierten in 20 Tagen einen Einblick in den Beruf ermöglicht, der durch erfahrene Lehrkräfte als Mentoren unterstützt wird. Das Praktikum mündet in eine abschließende Eignungsberatung.

Redaktion

Jens Wylkop
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Gabriele Bellenberg, Institut für Erziehungswissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-24752
gabriele.bellenberg@rub.de

Dr. Christian Reintjes, Institut für Erziehungswissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-24766
christian.reintjes@rub.de

 

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