Quantensprung in der Doktorandenausbildung

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Nummer 368 - Bochum, 15.11.2011

Quantensprung in der Doktorandenausbildung

NRW feiert zehnjähriges Jubiläum der Graduate Schools

Die Ruhr-Universität ist an drei Graduiertenschulen beteiligt

Bis 2001 war es für deutsche Doktoranden üblich, mit dem Doktorvater im stillen Kämmerlein zu sitzen und die Doktorarbeit zu besprechen. Kontakte zu anderen Doktoranden, ein Blick über den Tellerrand, Vernetzung? Fehlanzeige! Das änderte sich komplett, als die NRW-Landesregierung 2001 ein Programm zur strukturierten Doktorandenausbildung auflegte und Graduate Schools gründete. Am 18. November 2011 feiern sechs NRW-Graduate Schools der ersten Stunde ihr zehnjähriges Bestehen, darunter die International Graduate School of Neuroscience der Ruhr-Universität sowie zwei weitere Graduiertenschulen, an denen die RUB beteiligt ist.

Podium mit Ministerin

Im Mittelpunkt der Feier in der Mensa der TU Dortmund steht eine Podiumsdiskussion (16.30 h): Svenja Schulze (NRW-Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung) und Dorothee Dzwonnek (Generalsekretärin der Deutschen Forschungsgemeinschaft) diskutieren mit drei Vertretern von Graduate Schools: der Direktorin der Bochumer „International Graduate School of Neuroscience – IGSN“, Prof. Denise Manahan-Vaughan, der Sprecherin der Kölner Graduiertenschule „From Embryo to Old Age“, Prof. Maria Leptin, sowie dem Paderborner Alumni Dr. Jens-Peter Kempkes, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Orconomy GmbH. Geleitet wird das Gespräch über die Zukunft der Doktorandenausbildung in Deutschland vom Wissenschaftsjournalisten Prof. Holger Wormer. Neben den beiden genannten nehmen vier weitere Graduiertenschulen an der Feier teil: Ruhr Graduate School in Economics (Bochum, Dortmund, Duisburg-Essen, RWI), Graduate School of Energy Efficiant Production and Logistics (Bochum, Dortmund), Graduate School of Chemistry (Münster) und International Graduate School Dynamic Intelligent Systems (Paderborn).

Promotion mit Curriculum

Als 2001 die NRW-Landesregierung ein Programm zur strukturierten Doktorandenausbildung auflegte, gab es für die meisten deutschen Doktoranden ausschließlich ihren Doktorvater als Kontaktperson. Dies änderte sich mit international und interdisziplinär ausgerichteten Graduiertenprogrammen schlagartig. Doktoranden absolvieren seitdem ein zusätzliches Curriculum, das ihnen hilft, über den Tellerrand ihres Fachs hinauszusehen. Zwischenprüfungen verhindern, dass Studierende fünf und mehr Jahre mit ihrer Doktorarbeit verbringen, ein internationales Umfeld macht sie fit für Arbeitsmarkt und internationale Forschung. „Die Einrichtung der Graduate Schools in NRW war eine großartige Innovation der Landesregierung und ein Quantensprung in der Doktorandenausbildung“, sagt Prof. Klaus-Peter Hoffmann, Mitinitiator und erster Sprecher der Bochumer IGSN. „Dass wir nach zehn Jahren so erfolgreich dastehen, freut mich als Prorektor für Forschung ganz besonders“, ergänzt Prof. Ulf Eysel, ebenfalls Mitbegründer der IGSN.

Mit den besten Köpfen

Sieben NRW-Graduate Schools setzten sich 2001 in einem kompetitiven Ausschreibungsverfahren durch. Sie gelten als Vorreiter der strukturierten Doktorandenausbildung in Deutschland und gehören inzwischen zu einer weltweit anerkannten Spitzengruppe. Obwohl aus unterschiedlichen Disziplinen kommend, haben sie Gemeinsamkeiten in der Ausbildung: So sprechen alle Graduiertenschulen weltweit die besten und talentiertesten Köpfe auf ihrem Gebiet an und holen in einem strengen Auswahlverfahren Know-how und Talent nach NRW. Zudem zeichnet sich die Gruppe durch eine hervorragende Zusammenarbeit aus, die nicht selbstverständlich ist unter konkurrierenden Hochschulen. So luden die NRW Graduate Schools 2007 den Dalai Lama nach NRW ein und boten ihren Doktoranden einen unvergesslichen Austausch mit dem geistigen Oberhaupt der Tibeter über Ethik in der Wissenschaft.

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt

Die NRW-Graduate Schools haben inzwischen mehr als 450 Alumni und nehmen jedes Jahr etwa 100 neue Studierende aus aller Welt auf. Allein an der IGSN sind bislang über 140 Doktorandinnen und Doktoranden aus 35 Ländern gewesen. „Dabei legen wir besonderen Wert darauf, dass wir nicht am Arbeitsmarkt vorbei ausbilden. Unsere Absolventen arbeiten weltweit an renommierten Instituten und Universitäten und verbreiten so den hervorragenden Ruf der Wissenschaftsregion Nordrhein-Westfalen. Darauf können wir stolz sein“, meint IGSN-Direktorin Prof. Denise Manahan-Vaughan.

Redaktion

Arne Dessaul
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan, Direktorin der IGSN an der RUB, Tel.: 0234/32 26955
Dmv-igsn@rub.de

Ursula Heiler, Koordinatorin IGSN, Tel.: 0234/32 26682
Heiler-igsn@rub.de

 

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