„Das Stipendium ist mein Rettungsschirm“

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Nummer 337 - Bochum, 24.10.2011

„Das Stipendium ist mein Rettungsschirm“

Wilhelm und Günter Esser-Stiftung vergibt Förderungsgelder

Gesellschaft der Freunde der RUB unterstützt Nachwuchsforscher

Wie Christoph Michel geht es wahrscheinlich vielen jungen Forscherinnen und Forschern: „In sechs Wochen möchte ich meine Dissertation einreichen und so langsam sind mir die Mittel ausgegangen. Das Stipendium ist mein Rettungsschirm.“ Die Wilhelm und Günter Esser-Stiftung fördert auch dieses Jahr sechs Nachwuchsforscher der RUB und ihre Forschungen für Dissertationen oder andere wissenschaftliche Arbeiten. Dotiert sind die Stipendien mit 750 Euro monatlich. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft der Freunde der RUB, Dr. Bernhard Wiebel, und RUB-Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler übergaben die Urkunden im Haus der Freunde an zwei der sechs Stipendiaten. Zuvor berichteten Christoph Michel und Heike Ohm von ihren Forschungsprojekten.

CO2-Ausstoß von Böden

Die Geowissenschaftlerin Heike Ohm beschäftigt sich bei ihrem Promotionsvorhaben mit der Wirkung von priming-Mechanismen auf den CO2-Gehalt in Böden. Beim priming werden Substrate dem Boden zugefügt, die den Abbau von organischer Bodensubstanz beeinflussen. Die Bodensubstanzen, wie z.B. CO2, werden je nach priming langsamer oder schneller abgebaut. Ohm interessiert sich dafür, wie der CO2-Gehalt in Böden verändert werden kann. Ihre Forschungserkenntnisse helfen zum Einen der Agrarwirtschaft, die sich einem steigenden CO2-Gehalt in den Böden ausgesetzt sieht. „Zum Anderen hängt der CO2-Anteil in Böden mit der gesamten Klimaerwärmung zusammen und sollte deswegen in Klimabilanzberechnungen mit einbezogen werden“, so Ohm.

Selbstwissen und Selbsttäuschung

Christoph Michel ist Philosoph und widmet sich in seiner Dissertation dem Selbstwissen und der Selbsttäuschung und forscht in der Philosophie des Geistes und der Kognition. Selbstwissen meint die Kenntnisse eines Menschen über die eigenen mentalen Zustände. Solche Zustände sind z.B. Intentionen, Wünsche, Absichten, Überzeugungen und Einstellungen. „Niemand weiß besser darüber Bescheid als wir selbst“, erklärt Michel. Neben dem Selbstwissen untersucht der Doktorand die Selbsttäuschung. Die Täuschung des eigenen Selbst geschieht bewusst oder unbewusst. Michel fragt sich, wie der Wandel von z.B. Überzeugungen möglich ist.

Vier weitere Forschungsstipendiaten

Die Wilhelm und Günter Esser-Stiftung entstand 1990 als die beiden Brüder vom Erlös ihres verkauften Großunternehmens eine Stiftung zur Förderung hilfsbedürftiger Nachwuchsforscher gründeten. Dieses Jahr konnten vier Stipendiaten leider nicht zur Urkundenüberreichung erscheinen: Der Jurist Frank Rosenkranz untersucht die Beschränkung der Rückwirkung von Rechtsprechung im Europäischen Gerichtshof. Die Biologin Sabrina Baumgart erhält die Förderungssumme für ihre Erforschung der olfaktorischen Signaltransduktion und der Rolle von PDZ-Proteinen. Die Geowissenschaftlerin Kathrin Faak erforscht die Abkühlung und das Anwachsen der tiefen ozeanischen Kruste im Mittelozeanischen Rücken. Der Philologe Kai Fischer beschäftigt sich mit Geschichtsmontagen und -konzeptionen bei Walter Benjamin und Alexander Kluge.

Redaktion

Tabea Steinhauer
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Dr. Manfred Buschmeier, Dezernat 1, Forschungsreferent, Tel. 0234/32-23923
manfred.buschmeier@uv.rub.de

Hans-Helmut Weigmann, Geschäftsführer der Gesellschaft der Freunde (GdF) der RUB, Tel. 0234/32-29191, -92
gdf@rub.de

 

Esser-Stipendiatin Ohm

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft der Freunde der RUB, Dr. Bernhard Wiebel, überreicht ein Esser-Stipendium an Heike Ohm

© Pressestelle RUB, Marion Nelle
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Esser-Stipendiat Michel

Christoph Michel (rechts) erhält sein Stipendium von RUB-Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler

© Pressestelle RUB, Marion Nelle
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