Beeindruckende Bilanz nach 12 Jahren

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Nummer 286 - Bochum, 21.09.2011

Beeindruckende Bilanz nach 12 Jahren

SFB 491 der RUB und UDE: Abschluss der DFG-Förderung

Große internationale Konferenz gibt Überblick über die Forschungsergebnisse

„Magnetische Heteroschichten“: Unter diesem Titel erforscht der SFB 491 die Grundlagen zukünftiger Informations- und Kommunikationstechnologien – und schlägt damit erfolgreich die Brücke zwischen Halbleitern, Supraleitern und Ferromagneten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Sonderforschungsbereich von Januar 2000 bis Dezember 2011 über zwölf Jahre mit insgesamt ca. 19 Millionen Euro gefördert, weitere fünf Millionen Euro kamen vom Land NRW hinzu. Damit konnten Forscher an der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen 19 Teilprojekte realisieren. Bei der Abschlusskonferenz vom 27.bis 29. September 2011 präsentieren die Projektleiter in Anwesenheit der DFG-Gutachter ihre Forschungsergebnisse. Die Tagung findet im Veranstaltungszentrum der RUB im Mensagebäude statt.

Programm im Internet

Vertreter der Medien sind herzlich zur Abschlusskonferenz willkommen. Das ausführliche Programm steht im Internet unter

http://www.ep4.ruhr-uni-bochum.de/sfb/abschlusskonferenz.html

Zwölf Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit

Sprecher des SFB ist der Bochumer Experimentalphysiker Prof. Dr. Dr. h.c. Hartmut Zabel (Fakultät für Physik und Astronomie der RUB), stellvertretender Sprecher ist der Experimentalphysiker Prof. Dr. Michael Farle von der Universität Duisburg-Essen. Ein internationales Gutachtergremium hat dem SFB bescheinigt, dass „hochaktuelle Fragestellungen von weltweitem Interesse und mit visionären Aspekten“ bearbeitet werden. Durch eine exzellente Vernetzung mehrerer Arbeitsgruppen an beiden Universitäten, die in den Fakultäten für Physik und für Elektrotechnik angesiedelt sind, haben die Forscher hervorragende Arbeit auf einem technologisch zukunftsweisenden und sehr anspruchsvollen Forschungsgebiet geleistet.

Zahlen & Fakten

An dieser Forschungstätigkeit waren rund 50 Wissenschaftler beteiligt. Die Ergebnisse schlagen sich in ca. 550 Publikationen und auch in diversen Patenten nieder. Über 60 Dissertationen sind im SFB 491 angefertigt worden. Zahlreiche ehemalige Doktoranden sind inzwischen in den Forschungslabors der lokalen Industrie im Ruhrgebiet und darüber hinaus tätig. Einige ehemalige Mitarbeiter haben inzwischen Professuren an anderen Universitäten übernommen.

International beachtete Forschungsergebnisse

„Die zahlreichen Forschungsergebnisse des SFB 491 haben in der internationalen Fachwelt hohe Anerkennung gefunden, die Reputation des Forschungsverbundes ist seit seiner Einrichtung stetig gewachsen“, sagt Prof. Zabel. Zu den herausragenden Ergebnissen gehört die experimentelle wie auch theoretische Beschreibung der Grenzflächen zwischen nanomagnetischen Schichten. Darauf basieren spintronische Bauelemente, die den Eigendrehimpuls (Spin) von Elektronen zusätzlich zur Ladung nutzbar machen. Bauelemente wie Spin-Ventile, Spin-Laser, Spin-Filter sowie supraleitende Tunnelkontakte mit ferromagnetischen Elektroden, die den Tunnelstrom verstärken, gehören zu den vielfältigen Anwendungsgebieten der Spintronik und haben eine zentrale Rolle in diesem SFB gespielt. Auf vielen Teilgebieten haben die Forscher Pionierarbeit geleistet, vor allem bei der Entwicklung neuer spintronischer Materialien, den sogenannten Heusler-Legierungen, die halb Metall und halb Halbleiter sind, sowie bei der Erforschung magnetoelektrischer Materialien für die Spintronik, die ein elektrisches Schalten von Spinventilen ermöglichen.

Pluspunkt: Frauenförderung

Die rasante weltweite Entwicklung der Forschungsaktivitäten im Bereich der Spintronik macht einen stetigen internationalen Austausch notwendig. Der SFB 491 hat daher u. a. zahlreiche Gastwissenschaftler eingeladen, zwei große internationale Konferenzen, 16 Workshops und vier Sommerschulen veranstaltet. Besonders intensiv war die Kooperation mit Schweden. Der Nachwuchs wurde gezielt unterstützt – vor allem Frauen durch eine ganze Reihe von Gleichstellungsmaßnahmen. Die Anzahl von 12 erfolgreich abgeschlossenen Dissertationen, das sind knapp 20 Prozent aller Dissertationen im SFB 491, liegt über dem Bundesdurchschnitt und spricht für die erfolgreiche Frauenförderung. Den Frauenanteil in den MINT-Fächern zu erhöhen, ist ein besonderes Anliegen der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Redaktion

Jens Wylkop
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Hartmut Zabel, Fakultät für Physik und Astronomie der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-23649
hartmut.zabel@rub.de

 

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