Didaktiken im Gespräch

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Nummer 263 - Bochum, 05.09.2011

Didaktiken im Gespräch

Start einer neuen gemeinsamen Schriftenreihe

RUB-Publikation zu interdisziplinären Ansätzen in der Lehrerbildung

Die ernüchternden Ergebnisse der deutschen Schüler bei der PISA- Studie vor einigen Jahren schlugen große Wellen im Meer der Bildungsforschung. Die Wellen hatten eine solche Kraft, dass die Didaktiken verschiedener Fächer nun in ein substantielles fachliches Gespräch kommen. Wie das aussieht, beschreibt der Forschungsverbund „Grundlagen fachbezogenen Lernens. Theorien und soziale Empirie“ der Professional School of Education an der RUB (PSE) in der aktuellen Publikation „Selbstdeutung und Fremdkonzept. Die Didaktiken der kulturwissenschaftlichen Fächer im Gespräch“. Zwölf Autoren, davon neun von der RUB, berichten von ihren Methoden und Wissensständen zum fachbezogenen Lehren und Lernen und tauschen sich mit ihren Kollegen aus weiteren kulturwissenschaftlichen Fächern über Ansatzpunkte einer fächerübergreifenden Kooperation aus. Der Band ist der erste der neuen Schriftenreihe „Bochumer Beiträge zur bildungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Theorie und Forschung“.

„Im besten Sinne ein provozierender Auftakt“

Grundlage der Veröffentlichung ist eine Ringvorlesung, die im Sommersemester 2010 zum ersten Mal stattfand und in der die Autoren die Didaktiken ihrer Fächer, ihre Geschichte, Grundideen und Forschungsfelder vorstellten. Die Wissenschaftler aus Geschichte, evangelischer und katholischer Religion, Deutsch, Pädagogik, Philosophie, Sozialwissenschaft und Sport und die beteiligten Erziehungswissenschaftler beabsichtigen, erstmals den wechselvollen und vielgestaltigen Zusammenhang der Didaktiken kulturwissenschaftlicher Fächer zu verdeutlichen. Die Herausgeber, Prof. Dr. Volker Steenblock (Philosophiedidaktik) und Jun.-Prof. Dr. Marko Demantowsky (Didaktik der Geschichte), hoffen, „dass der erste Band einen interessanten und im besten Sinne provozierenden Auftakt darstellt.“ Die Ringvorlesung wurde im Sommersemester 2011 mit aktuellen Forschungstrends und führenden Fachvertretern aus dem In- und Ausland fortgesetzt.

Gemeinsame Herausforderungen

Hauptanliegen des Bandes und der gesamten Reihe ist „den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch unter den Didaktiken zu fördern“. Trotz der Betonung der Gemeinsamkeiten stellen die Autoren auch die jeweilige Fachspezifik und Eigendynamik ausführlich dar und verweisen auf bestehende fachinterne Diskurse. Im Fazit sagen Demantowsky und Steenblock, warum das Gespräch zwischen den Didaktiken der Fächer hilfreich ist: „Es gibt viele fachbezogene Fragen und Probleme zum Lehren und Lernen, die sich nur durch den Vergleich mit anderen kulturwissenschaftlichen Fächern beantworten und lösen lassen.“ Eine Herausforderung, mit der sich alle Fächer konfrontiert sehen, ist, dass sie in besonderer Weise von gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen beeinflusst werden und sich immer wieder mit ihnen auseinanderzusetzen haben. Diese Herausforderung lässt sich in Zukunft durch eine intensive Zusammenarbeit der kulturwissenschaftlichen Fachdidaktiken besser bewältigen.

Titelaufnahme

Marko Demantowsky/Volker Steenblock (Hrsg.): Selbstdeutung und Fremdkonzept. Die Didaktiken der kulturwissenschaftlichen Fächer im Gespräch. Bochumer Beiträge zur bildungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Theorie und Forschung, Band 1, projekt verlag Bochum/Freiburg 2011, 18,90 Euro. ISBN: 978-3-89733-241-6

Redaktion

Tabea Steinhauer
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Jun.-Prof. Dr. Marko Demantowsky, Lehrstuhl Didaktik der Geschichte, Fakultät für Geschichtswissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-27053
sekr-geschichtsdidaktik@rub.de

Prof. Dr. Volker Steenblock, Institut für Philosophie, Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-24726
Volker.Steenblock@rub.de

 

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