90 Semester an der RUB

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Nummer 232 - Bochum, 20.07.2011

90 Semester an der RUB

Sprachlehrforscher der allerersten Stunde

Nun geht Herbert Rongen in den Ruhestand

Er war 1966 einer der ersten Studenten der Ruhr-Universität und ist ihr bis heute treu geblieben. Sein fünfjähriges Studium plus der Dienstzeit von 40 Jahren dürfte zeitlich kaum jemand überbieten können. Herbert Rongen ist außerdem Sprachlehrforscher der Stunde null an der RUB. Doch nach 90 Semestern macht er nun Platz für den Nachwuchs.

Philologe und Sprachlehrforscher

Die Ruhr-Uni nahm ihren Lehrbetrieb 1965 auf. Als sich Herbert Rongen 1966 einschrieb, erhielt er die Matrikel-Nummer 13.095. Eine bemerkenswerte Zahl, wenn man bedenkt, dass die Zählung erst bei 10.000 begann. Rongen studierte Englisch und Französisch. Zu dieser Zeit waren die neuphilologischen Studiengänge noch weitgehend frei von fremdsprachendidaktischen Fragestellungen. Doch genau dafür interessierte sich Rongen schon sehr früh, als er studentische Hilfskraft im damaligen Sprachlabor wurde. Auch seine Examensarbeit hat er über ein fremdsprachendidaktisches Thema geschrieben. 1971 übernahm Rongen eine Stelle als Wissenschaftlicher Angestellter im inzwischen gegründeten Fremdspracheninstitut. Er war am Ausbau des Instituts zu einer zentralen Wissenschaftlichen Einrichtung (Zentrales Fremdspracheninstitut, ZFI) beteiligt. Auch an der Überführung des ZFI ins heutige Seminar für Sprachlehrforschung hat er mitgewirkt, ebenso an der Entwicklung vom Sprachlabor zum Selbstlernzentrum. Herbert Rongen gehörte auch zu den Gründern des Arbeitskreises der Sprachenzentren, Sprachlehrinstitute und Fremdspracheninstitute (AKS). Über viele Jahre leitete er die Geschäfte der Clearingstelle des AKS, die in Bochum angesiedelt ist. Darüber hinaus war er Mitglied im Koordinierungsgremium des Schwerpunktprogramms „Sprachlehrforschung“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Betreuung und Beratung

Ein weiterer roter Faden in Rongens Werdegang ist die Betreuung und Beratung von Studierenden: Seit 1987 macht er in spezifischen Lehrveranstaltungen Studierende fit für ihre künftige Tätigkeit. Zunächst stand die Vorbereitung auf die eigene Unterrichtspraxis im Vordergrund, das sog. Sprachlehrpraktikum. Heute bildet die Lehrtätigkeit zwar weiterhin einen Schwerpunkt, jedoch wird nun in sog. Berufsorientierenden Praxisstudien das gesamte Feld der Tätigkeiten von Sprachlehrforschern thematisiert – von der Curriculumentwicklung über die Sprachlernberatung bis zum Testen und Prüfen. Seit 2009 ist Rongen Studienfachberater. Zudem unterstützt er die Geschäftsführung durch Koordination des Seminars für Sprachlehrforschung.

Niemals krankgeschrieben

Die Zeit des Studiums und die Dienstzeit zusammengerechnet ist er seit nunmehr 45 Jahren mit der RUB verbunden. Der Universitätsverwaltung ist er in einer Hinsicht allerdings nicht bekannt: Nicht einen einzigen Tag war Herbert Rongen krankgeschrieben. Am 1. August 2011 wird er in den verdienten Ruhestand eintreten.

Redaktion

Arne Dessaul
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Karin Kleppin, Seminar für Sprachlehrforschung, 0234/32-27502
karin.kleppin@rub.de

 

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45 Jahre RUB: Herbert Rongen

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