„MAusKat“ weist den sicheren Fluchtweg

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Nummer 210 - Bochum, 04.07.2011

„MAusKat“ weist den sicheren Fluchtweg

RUB-Geographie: Forschung für die zivile Sicherheit

BMBF fördert Verbundprojekt mit 1,5 Mio. Euro

Wie sich Gefahrstoffe in komplexen Infra- und Gebäudestrukturen ausbreiten, lässt sich in Zukunft mit „MAusKat“ ermitteln: Unter Federführung der RUB-Arbeitsgruppe Höhlen- und U-Bahn-Klimatologie entwickelt ein fachübergreifender Forschungs- und Industrieverbund ein entsprechendes Messsystem für den Schutz von Menschenleben beispielsweise in U-Bahnhöfen, Flughäfen, Krankenhäusern, Einkaufszentren und Hochhäusern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt für drei Jahre mit insgesamt 1,5 Mio. Euro aus dem Programm „KMU-innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit“.

Erhöhtes Gefährdungspotential

Die Rettungsmöglichkeiten in komplexen Gebäuden und Verkehrssituationen sind hinsichtlich der Selbstrettung, aber auch der Evakuierung durch Rettungskräfte erheblich eingeschränkt. Wo sich Menschen ballen, wo es eng und schmal ist, verbirgt sich eine erhöhte Gefahr, da die Ausbreitungswege von Rauch, chemischen oder biologischen Substanzen oftmals mit den Flucht- und Rettungswegen übereinstimmen. Durch Rauch und Feuer verschlossene Fluchtwege sowie falsche oder unklare Einsatzpläne sind dabei häufig Ursache von hohen Opferzahlen.

Sichere Flucht- und Rettungswege ausweisen

Das Projekt MAusKat setzt sich zum Ziel, die Strömungs- und Ausbreitungsbedingungen bereits im Vorfeld zu analysieren und sichere Flucht- und Rettungswege auszuweisen. Um dies zu ermöglichen, sind exakte Informationen über die möglichen Ausbreitungswege von Schadgasen zu erfassen. Dazu konzipieren die Projektpartner ein Mess- und Analysesystem sowie die dazugehörigen Methoden. Das integrierte System erlaubt die Beurteilung der vorherrschenden und der wahrscheinlichen Schadstoffausbreitung. Auch die Kontamination verschiedener geschlossener und halboffener Infrastrukturen mit gefährlichen Stoffen lässt sich dadurch bestimmen – sowohl über eine lange Zeitdauer von mehreren Tagen als auch über große räumliche Distanzen, zum Beispiel in einem ganzen U-Bahnsystem oder einem großen Flughafen. So lassen sich rechtzeitig entscheidende Erkenntnisse ableiten, Rettungspläne und -konzepte überprüfen, verändern oder neu aufstellen und Übungen mit einer realistischen Datengrundlage durchführen.

Partner in MAusKat

Neben der Arbeitsgruppe Höhlen- und U-Bahn-Klimatologie der Ruhr-Universität Bochum (Fakultät für Geowissenschaften, Geographisches Institut) besteht das Konsortium aus dem Institut für Mikrotechnik Mainz GmbH, dem Ingenieurbüro Lohmeyer GmbH & Co. KG, der smartGAS Mikrosensorik GmbH, der NADiS technology GmbH, sowie der epi GmbH.

Redaktion

Jens Wylkop
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Andreas Pflitsch, Verbundkoordinator, Arbeitsgruppe Höhlen- und U-Bahn-Klimatologie der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-26707
andreas.pflitsch@rub.de

 

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