Politische Fragen der Gerechtigkeit

RUB » Pressestelle » Presseinformationen » Kategorie Allgemeines » Presseinformation 184
Nummer 184 - Bochum, 16.06.2011

Politische Fragen der Gerechtigkeit

Zwei öffentliche Vorträge in der RUB

„Pluralität und Interkulturalität von Gerechtigkeitskonzeptionen“

Nach dem Thema „Liebe und Gerechtigkeit“ geht die öffentliche Vortragsreihe am Institut für Philosophie I der RUB mit politisch-philosophischen Fragen zur Gerechtigkeit weiter. Philosophen aus Frankfurt und Istanbul erörtern die Grenzen moralischen Handelns in der Demokratie (22.6.) und das Aktualitätspotenzial der Gerechtigkeitsauffassung von Aristoteles (30.6.). Die Vorträge sind Teil der Reihe „Pluralität und Interkulturalität von Gerechtigkeitskonzeptionen“ in diesem Sommersemester, alle Interessierten sind herzlich willkommen. Die Vorträge beginnen jeweils um 18.15 Uhr und finden im Hörsaal HGA 30 statt.

Grenzen der Gerechtigkeit

Unter dem Titel „Gerechtigkeit und die Grenzen von moralischem Handeln und Demokratie“ diskutiert Prof. Dr. Andreas Niederberger von der Goethe-Universität in Frankfurt a. M. die Möglichkeit einer Kollision zwischen den Vorgaben bestehender politischer Ordnungen und der Forderung nach Gerechtigkeit. Mit Blick auf konkrete Probleme der heutigen globalisierten Welt fragt er danach, ob es gerecht sein kann, auf der Basis des eigenen moralischen Urteils und im Widerspruch zu Erwartungen und Vorgaben einer politischen Ordnung zu handeln.

Gerechtigkeit für die Andersartigkeit antiken Denkens

Mit seinem Beitrag zum Thema „Aristoteles‘ Konzeption der politischen Gerechtigkeit und der zeitgenössische Egalitarismus“ am 30.6. schlägt Prof. Dr. Manuel Knoll von der Fatih-University in Istanbul die Brücke zwischen einer der bekanntesten antiken Gerechtigkeitskonzeptionen und gegenwärtigen philosophischen Diskussionen. In einer kritischen Auseinandersetzung mit Vertretern der aktuellen Aristoteles-Rezeption plädiert er dafür, der Andersartigkeit des antiken Denkens über Gleichheit und Gerechtigkeit selbst Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und dieses nicht vorschnell modernen Werten und Vorstellungen anzugleichen.

Redaktion

Jens Wylkop
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Dr. Meike Siegfried, Forschungsstelle „Russische Philosophie und Ideengeschichte“ der RUB, Tel. 0234/32-28730
gerechtigkeit@rub.de