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Nummer 93 - Bochum, 29.03.2011

Abgucken erwünscht!

Die besten Lehrideen aus der RUB im Sammelband

Buch zum Wettbewerb „lehrreich“

„lehrreich“ – das waren der gleichnamige Wettbewerb und die in seinem Rahmen geförderten Lehr-Projekte an der Ruhr-Universität. Damit die guten Ideen und gewonnenen Erfahrungen auch für andere nutzbar sind, wurden sie in einem Sammelband dokumentiert, der jetzt im UniversitätsverlagWebler (UVW) erschienen ist. Mit Simulationspatienten üben, schlechte Nachrichten zu überbringen, in kleinen Teams frei, aber begleitet forschen oder mit einem Planungsbüro ein Gutachten für den Bau einer Straße anfertigen – diese und andere Ideen wurden durch die Wettbewerbsförderung umgesetzt. Die Beiträge im Buch beschränken sich nicht auf eine reine Beschreibung der Projekte, sondern reflektieren den Projektverlauf und geben konkrete Hinweise, beispielsweise zu Besonderheiten der Methodik, Vorlaufzeiten, Zeitaufwand oder Kosten. Denn Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht!

Hohe Beteiligung über den Campus hinweg

Forschendes Lernen, Praxisbezug, Interdisziplinarität und die Förderung von Teilhabe sind die Prinzipien, anhand derer die acht im Wettbewerb „lehrreich“ gekürten Projekten sich charakterisieren lassen. Jüngere Studierende lernen dabei von älteren und umgekehrt, Kleingruppen oder Tandems recherchieren eigenständig das notwendige Wissen, neue Räume an der RUB wurden gemeinsam entdeckt. 400.000 Euro hatte das Rektorat der RUB für die Umsetzung innovativer Lehrprojekte aus Studienbeiträgen ausgeschrieben. Die mit Studierenden und Lehrenden besetzte Jury wählte aus über 70 Einsendungen diejenigen aus, von deren innovativen Konzepten auch eine nachhaltige Orientierungsfunktion auf dem Campus erwartet werden konnte. Auf einer universitätsweiten Tagung konnten Lehrende anderer Fächer und Fakultäten sich bereits davon inspirieren lassen.

Die Projekte im Einzelnen

Umgesetzt wurden acht Projekte: Im „Jishu zemi“ bearbeiten Studierende und Lehrende im „Freien Seminar“ (so die Bedeutung des japanischen Titels) nach japanischem Vorbild selbstständig eigene Forschungsprojekte unter einem gemeinsamen Thema. Im Projekt „Das schwierige Gespräch“ übten angehende Mediziner das Überbringen schlechter Nachrichten an Patienten und Angehörige im Klinikalltag mit Simulationspatienten. Inzwischen findet das Konzept auch in der Lehrerausbildung der RUB Anwendung. Im SOWAS-Praktikum der Physik können Studierende eigene physikalische Fragen klären. Betreuer und eine vielfältige Praktikumsausstattung helfen dabei. In der Geographie führten Lerntandems aus Bachelor- und Masterstudierenden gemeinsam eine Umweltverträglichkeitsstudie durch – dank Unterstützung aus der Praxis ganz wie im echten Leben. „Neue Räume“ entdeckten Natur- und Geisteswissenschaftler an der RUB. Ihre Arbeiten drehten sich um „Raum und Zeit“. Mädchen im naturwissenschaftlichen Unterricht standen im Mittelpunkt eines weiteren Projekts: Werden sie wirklich von Jungs untergebuttert? Wie reagieren Lehrer? Eine Schreibgruppe wurde gegründet, speziell für Studierende, deren Muttersprache nicht deutsch ist. Denn gemeinsam entdeckt man die „Spielregeln“ der Sprache besser. Studierende der Geschichte und der Medizin erarbeiteten und gestalteten gemeinsam die Ausstellung „Die Popularisierung von Eugenik und Rassenhygiene, 1920-1950“, die von Januar bis Juni 2010 im Malakowturm Bochum zu sehen war.

Titelaufnahme

Judith Ricken (Hg.): lehrreich – Ausgezeichnete Lehrideen zum Nachmachen. Bielefeld, 2011, ISBN 3-937026-71-1, 105 Seiten, 14,95 Euro.

Redaktion

Meike Drießen
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Dr. Judith Ricken, Dezernat 1, Abteilung Qualitätsmanagement in der Lehre und Gremienunterstützung, Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23187
judith.ricken@uv.rub.de

 

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