RUB trauert um Karlfried Gründer

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Nummer 80 - Bochum, 16.03.2011

RUB trauert um Karlfried Gründer

Maßgeblich beteiligt am Aufbau der Bochumer Philosophie

„Denken als ein lebendiger Akt setzt das Leben voraus, auch inhaltlich“

Die Ruhr-Universität Bochum trauert um den berühmten Philosophen Prof. Dr. Karlfried Gründer, der am 12. März 2011 kurz vor Vollendung seines 83. Lebensjahres in Freiburg verstorben ist. Karlfried Gründer war von 1970 bis 1979 Professor für Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und hat maßgeblich zum Aufbau und zur Entwicklung des Instituts für Philosophie beigetragen. In seiner Bochumer Zeit nahm er die Arbeit am „Historischen Wörterbuch der Philosophie“ auf, die 2007 abgeschlossen wurde. Die Ruhr-Universität Bochum wird Karlfried Gründer ein ehrenvolles Andenken bewahren.

Biografisches

Karlfried Gründer wurde am 23. April 1928 in Marklissa (Niederschlesien) geboren. Seinen Ruf als historisch-akribisch arbeitender Philosoph erwarb er sich bereits an der Universität Münster, wo er Assistent Joachim Ritters wurde. Bei Ritter wurde er auch 1958 mit einer Arbeit über den Aufklärungskritiker Johann Georg Hamann promoviert. 1970 nahm Gründer einen Ruf an die Ruhr-Universität Bochum an; 1979 ging er von Bochum an die FU Berlin.

Bochumer Zeit

In den Jahren 1970-79 war Gründer maßgeblich am Aufbau der Bochumer Philosophie und der Entwicklung des Instituts zu einem der wichtigsten Deutschlands beteiligt. Von hier führte er auch nach Ritters Tod als Hauptherausgeber ein ‚geisteswissenschaftliches Jahrhundertprojekt‘ weiter: das 1970 begonnene und 2007 abgeschlossene „Historische Wörterbuch der Philosophie“. Auch das inhaltlich verwandte „Archiv für Begriffsgeschichte“ edierte er über lange Jahre. Die Philosophie verdankt ihm neben seinen eigenen, profunden historischen Forschungen zur Geschichts- und Religionsphilosophie wichtige Anregungen und Förderungen philosophischer Projekte wie die in Bochum besorgte Ausgabe der Werke Wilhelm Diltheys.

Lebensmotto

Über einen engen Freund Diltheys, Paul Graf Yorck von Wartenburg, verfasste Gründer seine Habilitationsschrift. Ein Wort aus dessen Feder zitierte er gerne; es mag als ein Leitmotiv seiner philosophischen Arbeit wie auch als eine Charakterisierung seiner Persönlichkeit genommen werden: „Denken als ein lebendiger Akt setzt das Leben voraus, auch inhaltlich“.

Einflussreich

Gründer hat keine ‚philosophische Schule‘ etablieren wollen, aber er hat einen Kreis von Schülern geformt, die in Bochum, Berlin und andernorts einflussreich wurden und sind. Zu diesem Kreis zählen unter anderen Wilhelm Schmidt-Biggemann, Paul Richard Blum, Ulrich Dierse, Klaus Christian Köhnke und Gunter Scholtz.

Redaktion

Dr. Josef König
Pressestelle RUB