Von nachreformatorischen Glaubenskriegen …

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Nummer 78 - Bochum, 16.03.2011

Von nachreformatorischen Glaubenskriegen …

… bis zu den aktuellen gesellschaftswissenschaftlichen Diskursen

RUB-Publikation zu „Religion und Religionskritik“

Religion ist wieder in – und die Kritik an ihr ebenso! Ob in Zeitschriften mit neuen Sonderrubriken, in Verlautbarungen von Kirchen, der gesellschaftlichen Diskussion über Islam und Islamismus und der aktuellen Hochkonjunktur der Religionswissenschaft – wer den aktuellen Hype verstehen will, sollte wissen wie der neuzeitliche Religionsbegriff entstanden ist. Die aktuelle Diskussion bereichert daher das soeben erschienene Arbeitsbuch von Prof. Dr. Michael Weinrich „Religion und Religionskritik“ durch die historische Dimension. Mit viel Entdeckerfreude durchstreift der Autor bekannte und weniger bekannte Positionen der Religion und ihrer Kritik ausgehend von den nachreformatorischen Konfessionskriegen des 16. und 17. Jahrhunderts bis hin zu den modernen Diskursen und ordnet sie in sachlichem Zusammenhang.

Religion und Politik – zwischen Befriedung und Verheißung

Der allgemeine Religionsbegriff hat „seinen Ursprung weniger in der Theologie als vielmehr in der Staatsphilosophie“. Es war Thomas Hobbes der im 17. Jahrhundert auf die unerbittlichen Religionskriege in der Nachreformationszeit reagierte und aus dem Bedürfnis nach Frieden die überkommene Verknüpfung von Religion und Wahrheit aufgab. Mit der Entdeckung der Würde des Menschen kam eine Diskussion in Gang, die bis in die Gegenwart andauert. Prof. Weinrich folgt anhand der wichtigsten Autoren und ihren Werken dieser Diskussion, angefangen bei den Konflikten im 17. Jahrhundert, über Religionskritik bei den Philosophen der Aufklärung, anthropologische und soziologische Diskussionen und Verteidigungen von Religion im 19. Jahrhundert bis hin zu modernen Diskursen der neueren Theologie im Blick auf die wahrgenommene Renaissance der Religion in der Gegenwart. Positionen der theologischen Religionskritik im 20. Jahrhundert stehen ebenso zur Debatte wie etwa „marxistische Religionsverteidigung, soziologische Verdunstungsprognosen, philosophische Nichtigkeitserklärungen wie psychologische Gesundungsverheißungen“.

Kompendium für die ganze Breite der Diskussion

Das Buch von Prof. Weinrich wendet sich nicht nur an Theologen, sondern im Grunde an die Vertreter all der Wissenschaften, die entweder an der Religion oder an ihrer Kritik interessiert sind. Es ist als ein wissenschaftliches Arbeitsbuch konzipiert, das zugleich als eine Art Kompendium für die ganze Breite des Religionsdiskurses benutzt werden kann. Der Autor hat bereits vor längerer Zeit ein sehr erfolgreiches Buch zur Religionskritik publiziert, das allerdings längst vergriffen ist.

Titelaufnahme

Michael Weinrich: Religion und Religionskritik. Ein Arbeitsbuch. Göttingen Vandenhoeck und Ruprecht Verlag 2011, ISBN 978-3-8252-3453-9 (UTB-Taschenbücher Theologie)

Redaktion

Dr. Josef König
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Weinrich, Evangelisch-Theologische Fakultät, Leiter des Ökumenischen Instituts, Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24806
michael.weinrich@rub.de