Exzellenz-Initiative: Ruhr-Universität reicht Vollanträge ein

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Nummer 61 - Bochum, 02.03.2011

Exzellenz-Initiative: Ruhr-Universität reicht Vollanträge ein

Weiter im Rennen: Exzellenz-Cluster und ein ausgereiftes Zukunftskonzept

Nächster Schritt auf dem Weg zum internationalen Forschungscampus

Große Freude in der Ruhr-Universität: In der Exzellenz-Initiative II des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung wird sie ihre Vollanträge für ein Exzellenz-Cluster und ihr Zukunftskonzept, den „Research Campus RUB“ einreichen. „Wir freuen uns riesig und fühlen uns bestätigt in der Weiterentwicklung unseres Zukunftskonzepts hin zu einem internationalen Forschungscampus“, sagte Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler. Kerngedanke des RUB-Zukunftskonzepts ist das Leitbild der „universitas“: ein internationales Miteinander von Lehrenden und Lernenden. Dazu gehören u.a. die frühe Eigenständigkeit junger Forscher und die Förderung von Verbund- und Einzelforschung gleichermaßen. „Ich gratuliere der Ruhr-Universität sehr herzlich. Sie ist damit weiter im Rennen um den begehrten Titel Elitehochschule“, sagte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

Cluster „RESOLV“: Lösungsmittel als aktive Einheiten

Weiter dabei ist der Antrag des Exzellenz-Clusters RESOLV (Ruhr Explores Solvation, Sprecherin: Prof. Dr. Martina Havenith-Newen). Die meisten chemischen Reaktionen, wichtige industrielle Prozesse und nahezu alle biologischen Vorgänge finden in flüssiger Phase statt. Lösungsmittel – allen voran Wasser – „solvatisieren“ molekulare Spezies, vom einfachen Reagenz bis zum Protein, und bringen diese so in die flüssige Phase. Ein tiefgreifendes Verständnis der Solvatation auf Basis chemischer, physikalischer und ingenieurwissenschaftlicher Grundlagenforschung ist die Voraussetzung für wichtige Schlüsseltechnologien zur Vermeidung von Umweltbelastung, zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Verständnis von Korrosionsprozessen sowie für die Erklärung von biologischen Funktionen. Ziel des beantragten Clusters ist es, „Solvation Science“ auf der Basis eines molekularen und rationalen Ansatzes zu entwickeln. Die Forscher betrachten Solvensmoleküle als funktionelle Einheiten, die in solvensvermittelten und -kontrollierten Reaktionen eine aktive Rolle spielen und nicht nur passive Zaungäste sind.

Zukunftskonzept: Disziplinen-übergreifend und international

Besonders freut sich die RUB, dass auch ihr Antrag in der Förderlinie Zukunftskonzept in die Endrunde eingezogen ist, wie schon in der ersten Exzellenz-Initiative 2007. Ausgehend vom damaligen Antrag hat die RUB in den letzten Jahren ihr Zukunftskonzept konsequent weiter entwickelt und in Teilen bereits umsetzen können. So haben in den letzten zwei Jahren schon sechs fakultätsübergreifende Research Departments in Proteinforschung, Materialwissenschaften, Neurowissenschaften, Systemchemie, Plasmaforschung und Religionswissenschaft ihre Arbeit erfolgreich aufgenommen. Sie werden als Plattformen für die Verbundforschung weiterentwickelt und sind Nährboden für die Entwicklung größerer neuer Forschungsvorhaben, wie z.B. von Sonderforschungsbereichen. Außerdem tragen sie zur Entwicklung neuer, forschungsnaher Masterstudiengänge bei. Neben Forschungsverbünden will die RUB besonders auch die Einzelforschung stärken.

Kosmopolitischer Lehr- und Forschungsraum

Ein Hauptelement des Zukunftskonzeptes der RUB ist die „International Faculty“: die internationale Gesamtheit der Forschenden und Lehrenden der Universität. Jedes promovierte Mitglied der RUB kann daran teilnehmen. Die „International Faculty“ lebt von Forschungsvorhaben, die eine ausgeprägt internationale Komponente enthalten und ausländische Gastwissenschaftler auf den Campus holen, die mit ihrer Forschung zugleich auch die Lehre bereichern. Die RUB wird damit zu einem kosmopolitisch geprägten Lehr- und Forschungsraum: Noch attraktiver für ausländische Studierende und Wissenschaftler, und mit besten Möglichkeiten für die eigenen Mitglieder, Auslandserfahrungen zu sammeln.

Ein Beitrag der gesamten Universität

„Mit unserem Konzept wollen wir die gesamte Universität voranbringen, die Qualität in Forschung und Lehre ausbauen und die Entwicklung einer ‚Zweiklassengesellschaft‘ zwischen hochdotierter Verbundforschung und ebenso hochklassiger, aber meist weniger geförderter Einzelforschung innerhalb der Universität verhindern“, so Rektor Weiler. „Die Exzellenz-Initiative ist kein Selbstzweck. Wir nutzen sie, unsere langfristigen Pläne rascher zu konkretisieren.“ Das eingereichte Konzept wurde denn auch von einer Vielzahl beteiligter Personen und Gruppen der Universität gemeinsam entwickelt, in einem Dialog, der in den letzten Jahren kontinuierlich geführt worden ist. „Wir hoffen natürlich auf den Erfolg“, sagt Forschungs-Prorektor Prof. Dr. Ulf Eysel, „aber wir haben schon durch die Teilnahme gewonnen: Einen klaren Blick auf die RUB und auf ihren Weg in die Zukunft.“

Redaktion

Meike Drießen
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ulf Eysel, Prorektor für Forschung und Struktur der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27045
prorektor-forschung@rub.de