Migration und Integration: eine Zwischenbilanz

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Nummer 52 - Bochum, 21.02.2011

Migration und Integration: eine Zwischenbilanz

Tagung von neun VW-Studiengruppen an der RUB

Ein Beispiel: die Arbeit von Migrantenorganisationen

Welchen Beitrag grenzüberschreitend tätige Migrantenorganisationen (MO) zur zivilen und politischen Integration leisten, erforschen Bochumer Wissenschaftler um Prof. Dr. Ludger Pries an der Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB. Ihre bisherigen Forschungsergebnisse stellt die Bochumer VW-Studiengruppe „Verbreitung und Kontextbedingungen transnationaler Migrantenorganisationen in Europa (TRAMO)“ auf einer fachübergreifenden Tagung am 24. und 25. Februar in der RUB vor. Unter Federführung der TRAMO-Gruppe treffen sich neun von der VolkswagenStiftung geförderte Studiengruppen, die zum Thema „Migration und Integration“ forschen bzw. geforscht haben. Sie ziehen auf der wissenschaftlichen Tagung eine Bilanz ihrer Ergebnisse und tauschen sich gegenseitig aus.

Eröffnung durch Staatssekretärin

Die Tagung findet im Veranstaltungszentrum der RUB im Mensagebäude statt, sie ist nicht öffentlich. Die Medien sind herzlich willkommen. Eröffnet wird das Treffen der VW-Studiengruppen am 24.2. um 9.30 Uhr mit einer Rede der Staatssekretärin für Integration, Zülfiye Kaykin (Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW), die über die Relevanz der Migrationsforschung für eine erfolgreiche Integrationspolitik spricht. Die Tagung geht weiter mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Anerkennung von Vielfalt ohne Ethnisierung!?“ (25.2., 11.00 Uhr, Saal 3).

TRAMO: transnationales Engagement von Migrantenorganisationen

Die TRAMO-Gruppe an der RUB untersucht beispielsweise Migrantenorganisationen, die grenzüberschreitend zwischen ausgewählten Ankunftsländern (Deutschland, Großbritannien, Polen und Spanien) und den jeweiligen Herkunftsländern der MO tätig sind. Das Projekt liefert Erkenntnisse über den Beitrag von Migrantenorganisationen zur zivilen und politischen Teilhabe und Eingliederung von Migranten in Europa und zeigt deren Wirkungen sowohl in den Herkunfts- wie in den Ankunftsländern. So engagiert sich etwa die transnationale Organisation „Alevitische Gemeinde in Deutschland e.V.“ für die Anerkennung des Alevitentums sowohl in der Türkei als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Dadurch entwickelt die Organisation Strategien, Ziele und Aktivitäten für eine erfolgreiche europäische Integration.

30 Fallstudien in Europa

„Auf der Basis von 30 Fallstudien zeigt sich, dass die meisten grenzüberschreitenden Migrantenorganisationen vor allem ankunftslandspezifische Ziele und Aktivitäten, aber zum Teil auch eine transnationale Arbeitsweise aufweisen“, so Prof. Pries. Gerade das transnationale Engagement sei ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Beeinflusst wird es jedoch unter anderem durch politische oder religiöse Konflikte bzw. Spannungen im Herkunftsland sowie durch die gegenwärtigen politischen Strukturen im Ankunftsland.

Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt

Migrationsforscherinnen und Migrationsforscher aus verschiedenen Disziplinen tauschen auf der Konferenz ihre Forschungsergebnisse in den Bereichen Sprache, Interkulturalität, Arbeitsmarkt, Migrantenorganisationen, politische Partizipation, Bildung und Gesundheit aus und diskutieren sie mit Blick auf die Anforderungen an eine erfolgreiche Integrationspolitik. Die VW-Studiengruppen berichten über zentrale Ergebnisse ihrer Forschungen. Dabei geht es unter anderem um die Bedeutung und Probleme von Mehrsprachigkeit in Schule und Berufswelt, um Migration und Gesundheitssystem sowie um kulturelle Vielfalt und ihren Einfluss auf die Wirtschaft. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sollen langfristig auch in die praktische Politik und entsprechende Maßnahmen einfließen.

Redaktion

Jens Wylkop
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ludger Pries, Lehrstuhl für Soziologie/Organisation, Migration, Mitbestimmung, Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-25429
ludger.pries@rub.de

 

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