Wenn das Hirn in die Jahre kommt: Alterungsprozess besser verstehen

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Nummer 40 - Bochum, 07.02.2011

Wenn das Hirn in die Jahre kommt: Alterungsprozess besser verstehen

RUB-Forscher untersuchen Zusammenhänge zwischen Alter, Gehirn und Verhalten

Studien-Teilnehmer ab 65 Jahre gesucht

Ein bisschen vergesslich, nicht mehr ganz so geschickt: Dass mit dem Alter manche Fähigkeiten etwas nachlassen, ist normal. Um solche Veränderungen und ihre Grundlagen besser zu verstehen, starten die RUB-Neurowissenschaftler des Neural Plasticity Lab des Instituts für Neuroinformatik und der neurologischen Klinik und Poliklinik Bergmannsheil eine Studie. Sie untersuchen Personen ab 65 Jahre mit verschiedenen Tests, u.a. EEG und Kernspintomographie. Teilnehmer (aufgrund der Vergleichbarkeit nur Rechtshänder) werden noch gesucht. Neben einer finanziellen Vergütung erhält jeder Proband auf Wunsch ein detalliertes, individuelles Leistungsprofil nach Auswertung der Daten. Interessenten erhalten unter der Telefonnummer 0234/32-24931 unverbindlich weitere Informationen.

Veränderungen der Verarbeitung und Organisation im Gehirn

Im Jahr 2050 werden laut statistischem Bundesamt 40 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Damit werden auch altersbedingter Beeinträchtigungen häufiger vorkommen. Ziel der Studie ist es, die Zusammenhänge zwischen kognitiven und sensomotorischen Beeinträchtigungen auf der einen Seite und Veränderungen der neuronalen Verarbeitung und neuronalen Organisation andererseits zu untersuchen.

Umfangreiche Untersuchungen

Die geplante Studie sieht eine umfangreiche Bestandsaufnahme kognitiver und sensomotorischer Veränderungen vor, die durch neueste Methoden zur Messung von Gehirnaktivität ergänzt werden. Neben der Beurteilung des Tastsinns und der Fein- und Grobmotorik erfassen die Forscher die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit sowie körperliche und geistige Fitness der Studienteilnehmer. Die Verarbeitungskapazitäten des Gehirns untersuchen sie durch Elektroenzephalogramme (EEG) und Magnetresonanztomographie (MRT), ergänzt durch neurologische Untersuchungen zur Beurteilung des Gesundheitszustandes.

Teilnehmer erhalten drei Termine

Teilnehmen können alle Rechtshänder, die das 65. Lebensjahr vollendet haben. Im Gegensatz zu Studien, die mittels strenger Auswahlkriterien die Untersuchungen auf ausgesucht fitte Probanden beschränken, ist die aktuelle Studie darauf ausgelegt, ein Profil des „durchschnittlichen“ Seniors zu erstellen, zu dem auch weniger fitte Teilnehmer beitragen sollen. Die Ausschlusskriterien sind daher auf ein Minimum begrenzt (z.B. Diabetes). Die Untersuchungen finden sowohl am Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität als auch an den berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannsheil statt. Potenzielle Teilnehmer sollten soweit mobil sein, dass sie beide Einrichtungen erreichen können. Die Versuche finden an drei verschiedenen Terminen statt und nehmen jeweils drei bis vier Stunden in Anspruch. Die Termine werden individuell mit den Teilnehmern abgestimmt und können über einen Zeitraum von zwei Wochen verteilt werden.

Redaktion

Meike Drießen
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Rebecca Kowalewski, Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24931
rebecca.kowalewski@ruhr-uni-bochum.de