Philosophie und Popkultur

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Nummer 19 - Bochum, 20.01.2011

Philosophie und Popkultur

Band resümiert Ergebnisse studentischer Tagung an der RUB

Beitrag zur Zeitdiagnose der Gegenwartsgesellschaft

Philosophie und Popkultur – nur auf den ersten Blick erscheint das als unpassendes Paar. Zwar kamen die beiden erst in den 1990er Jahren zusammen, aber sie haben einander viel zu geben. Das stellen die Autoren der Aufsätze im Band „Philosophie und Popkultur“ fest, den PD Dr. Thomas Hecken und Marcel Wrzesinski im Posth-Verlag herausgegeben haben. Er fasst die Ergebnisse einer von Studierenden organisierten Tagung am Institut für Philosophie der RUB zusammen.

Der Horizont öffnete sich

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hatte die Philosophie für die Popkultur allenfalls Verachtung übrig. Als Massenkultur für Menschen mit Kinderverstand wurde Pop verteufelt oder gleich links liegen gelassen. Den Durchbruch zum Thema für Philosophen schaffte die Popkultur erst viel später, in den 1990er Jahren, stellen die Herausgeber fest. In den letzten zwanzig Jahren dann ist so ziemlich alles Gegenstand philosophischer Betrachtung geworden, was Film und Fernsehen, Musikindustrie und Internet hergeben. „The Simpsons and Philosophy“, „The Matrix and Philosophy“, „Metallica and Philosophy“ erschienen in den 2000er Jahren. Der Horizont öffnete sich – auch für die Tagung Philosophie und Popkultur, die im Juni 2009 an der RUB stattfand. Die Beiträge sind mit Absicht methodisch und inhaltlich äußerst unterschiedlich.

Unendliches Feld

Die Beiträge widmen sich unter anderem Kurt Cobain und der Grunge-Welle im Spiegel der „existenziellen Psychoanalyse“ nach Sartre und deuten Grunge als Neurose-Kunst. Sie analysieren das prometheische Motiv in Stanley Kubricks „2001: A Space Odyssey“ anhand des Verhältnisses zwischen Astronauten und dem Raumschiff HAL oder begeben sich dem artistischen Potential der Popkultur auf die Spur. In einer Bilanz kommt Thomas Hecken zu dem Schluss: Nach dem Ende der grundsätzlichen Kritik an der Popkultur könne man die Philosophie nicht mehr auf einen Zugang zur Popkultur festlegen. Sobald die Philosophie nämlich einmal mit ihrer üblichen analytischen Arbeit begonnen habe, könne sie nun endlich ihre vielfältigen Perspektiven und Methoden auch an Pop-Gegenständen fruchtbar machen.

Titelaufnahme

Thomas Hecken, Marcel Wrzesinski (Hg.): Philosophie und Popkultur. Posth Verlag, Bochum, 2010 (= Schriften zur Popkultur Bd. 5), ISBN 978-3-9810814-6-6

Redaktion

Meike Drießen
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Marcel Wrzesinski, Fachschaft Philosophie, Tel. 0234/32-24720
marcel.wrzesinski@rub.de