Max-Planck-Gesellschaft und Ruhr-Universität gehen gemeinsam neue Wege

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Nummer 253 - Bochum, München, 26.08.2010

Max-Planck-Gesellschaft und Ruhr-Universität gehen gemeinsam neue Wege

Umfassende Rahmenvereinbarung stärkt innovative Forschungsvorhaben

Bessere Bedingungen für Professoren, Nachwuchswissenschaftler und Projekte

Gemeinsame Presseinformation der Max-Planck-Gesellschaft und der Ruhr-Universität Bochum

Mit einer soeben unterschriebenen „Rahmenvereinbarung für Kooperationen“ verstärken die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und die Ruhr-Universität Bochum (RUB) erheblich ihre Zusammenarbeit in Lehre und Forschung. RUB-Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler wertet die neue Vereinbarung als „eine deutliche weitere Stärkung von Forschung und Lehre in Bochum und als Meilenstein auf unserem Weg zur Exzellenz“. Die Vereinbarung sieht vor u.a. die gemeinsame Berufung von Professoren und Juniorprofessoren, die gemeinsame Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die gemeinsame Akquisition von innovativen Forschungsprojekten und strebt auch die gemeinsame Nutzung von Großgeräten für die Forschung an. An der Kooperation sind bislang – neben der Generalverwaltung - das Max-Planck-Institut für Eisenforschung in Düsseldorf und die MPI für Kohlenforschung und für Bioanorganische Chemie in Mülheim (Ruhr) beteiligt; weitere MPIs sind eingeladen, der Kooperation beizutreten. „Mit dieser Vereinbarung wollen wir unsere bislang schon sehr gute Zusammenarbeit erheblich stärken“, sagt MPG-Präsident Prof. Dr. Peter Gruss.

Kooperation bei Berufungen

So sieht der Vertrag vor, dass W2 und W3-Professoren mit beteiligten MPIs gemeinsam berufen werden können und dass dabei die Mitwirkung in der jeweils anderen Berufungskommission gewährleistet ist. Gleiches gilt für die gemeinsame Berufung von Juniorprofessoren und Leitern von Nachwuchsgruppen, wenn diese zugleich als Leiter von MPI-Forschungsgruppen berufen werden. Darüber hinaus sollen Direktoren und geeignete Wissenschaftler von beteiligten MPIs zu Honorarprofessoren an der RUB bestellt werden und damit alle Rechte eines normalen Fakultätsmitglieds erhalten, also auch als Erstgutachter Promotionen und Habilitationen betreuen dürfen.

Lehrangebot erweitern

Mit dieser Vereinbarung will die RUB ihr Lehrangebot auch auf Forschungsfelder erweitern, die an den beteiligten MPIs vorhanden sind. Sie wird dabei vor Wissenschaftlern der beteiligten MPIs unterstützt, die für die Lehre an der RUB angemessen freigestellt werden. Zudem sieht die Vereinbarung vor, dass gemeinsam ausgewählte wissenschaftliche Nachwuchsgruppenleiter der MPIs an der RUB selbständig Promotionen betreuen und damit Erfahrungen für eine spätere Professur gewinnen kann.

Max Planck Fellows

Im Gegenzug können Hochschullehrer der RUB an den MPIs zu so genannten Max Planck Fellows berufen werden; damit verbunden ist die Leitung einer Arbeitsgruppe am MPI, die von der MPG finanziert wird. Das dient ebenso dazu, die wissenschaftlichen Kontakte und Kooperationen zwischen den Institutionen nachhaltig zu stärken, wie auch die Bestellung von RUB-Wissenschaftlern zu Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitgliedern des MPI, was der Vertrag ebenfalls einbezieht.

Forschungsprojekte akquirieren

Mit der zusätzlichen paritätischen Förderung gemeinsamer Forschungsprojekte wollen die kooperierenden Institutionen in Zukunft ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen. Möglich wird das über Institutsübergreifende Forschungsinitiativen, die die MPG 1999 eingeführt hat, sowie durch die Einrichtung von MP-Forschungsgruppen an der RUB. Außerdem wollen beide Partner noch intensiver Forschungsprojekte gemeinsam akquirieren und betreiben, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowohl im Normalverfahren wie in Sonderforschungsbereichen, in Schwerpunktprogrammen und DFG-Forschungszentren gefördert werden.

Weitere Max Planck Research Schools an der RUB

Schließlich sollen weitere so genannte International Max Planck Research Schools an der RUB eingerichtet und mit der aus Mitteln der Exzellenzinitiative finanzierten Research School der RUB verzahnt werden. Solche IMPRS dienen der strukturierten Doktorandenausbildung mit internationaler Ausrichtung; Beispiele sind die bereits existierenden IMPRS for Surface and Interface Engineering in Advanced Materials dem MPI für Eisenforschung, Düsseldorf, und die IMPRS in Chemical Biology mit dem MPI of Molecular Physiology, Dortmund. Für solche IMPRS stellen beide Vertragspartner in gleicher Anzahl und Höhe Stipendien für Doktoranden zur Verfügung; die Promotionsurkunden tragen sowohl das Siegel der RUB wie die Minerva, das Logo der MPG.

Gemeinsame Nutzung von Geräten und Bibliotheken

Ein letzter Punkt betrifft die Prüfung der Möglichkeiten für die gemeinsame Beschaffung und Nutzung von Großgeräten und Bibliotheken. Auch auf diesen Feldern wollen die beiden Partner zukünftig verstärkt zusammen wirken, sich gegenseitig informieren und untereinander elektronische Kataloge und Datenbanken austauschen.

Redaktion

Dr. Josef König
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ulf Eysel, Prorektor für Forschung der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27045, Fax: 0234/32-14131
ulf.eysel@rub.de

Dr. Martin Steins, Referatsleiter Forschungsrecht, Organe, Gremien, 80084 München, Tel. 089/2108-1227
steins@gv.mpg.de