RUB-Leitfaden für gendergerechte Berufungsverfahren

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Nummer 182 - Bochum, 09.06.2010

RUB-Leitfaden für gendergerechte Berufungsverfahren

Alle wichtigen Informationen in einer Broschüre

Von der Stellenausschreibung bis zur Berufungsakte

Als eine der ersten deutschen Universitäten hat die Ruhr-Universität einen Leitfaden veröffentlicht, der alle Informationen für die geschlechtergerechte Ausgestaltung von Berufungsverfahren zusammenfasst. „Berufungsverfahren gelten zu Recht als das Aushängeschild von Universitäten, und sie sind darüber hinaus ein wichtiges strategisches Instrument zur Profilbildung“, sagt RUB-Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler. „Die Beachtung von Gleichstellungsstandards hat dabei eine besonders hervorgehobene Bedeutung.“

Textbausteine, Tipps, Adressen, Literatur und Checkliste

Die neue Broschüre gibt Antworten auf Fragen wie: Wie und wann werden Gleichstellungsbeauftragte, Schwerbehindertenvertretung und Berufungsbeauftragte in den Berufungsprozess einbezogen? Wie wird die Berufungskommission besetzt und wie vermeidet man Befangenheitsverhältnisse? Was gehört in die Berufungsakte? Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Berufungskriterienkatalog. Er ist eine wesentliche Grundlage für die Entscheidung des Rektorats über die Berufungsvorschläge der Fakultäten. Orientiert am Fortgang des Berufungsverfahrens beantwortet die Broschüre viele weitere Fragen. Darüber hinaus gibt sie Anregungen für die Gewinnung möglicher Bewerberinnen. So sollte die RUB schon in Stellenausschreibungen damit punkten, dass sie als familiengerechte Hochschule re-zertifiziert ist. Auch auf die Möglichkeit der aktiven Ansprache von potentiellen Bewerberinnen über Datenbanken oder Headhunting-Agenturen macht der Leitfaden aufmerksam. Nützliche Links zum Thema werden selbstverständlich mitgeliefert. Adressen und Ansprechpartner, Links und Literatur sowie eine Checkliste für Berufungen runden das Heft ab.

Trend: Kultur der Berufungsverfahren verändert sich

„Der Trend hin zu einer veränderten Kultur in Berufungsverfahren lässt sich in der gesamten deutschen Hochschullandschaft feststellen“, sagt Dr. Masha Gerding, die Gleichstellungsbeauftragte der RUB, die den Leitfaden gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Personaldezernats und anderer Abteilungen der RUB entwickelt hat. Dazu gehört neben einem wertschätzenden Umgang mit Bewerberinnen und Bewerbern sowie einem Verfahren anhand von transparenten Kriterien insbesondere auch die Beachtung von Gleichstellungsstandards. Mit dem Leitfaden legt die RUB als eine der ersten Universitäten in Deutschland eine konkrete Hilfe für alle am Berufungsverfahren Beteiligten vor. „Uns erreichen Anfragen von Universitäten aus ganz Deutschland“, so Dr. Gerding.

Frauen in der Wissenschaft

Die Ruhr-Universität hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen bei Neuberufungen bis 2013 um 25 Prozent zu steigern. Sie folgt damit einer Empfehlung des Wissenschaftsrates zur Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Im Falle der Juniorprofessuren, bei deren Zahl die RUB deutschlandweit im Spitzenfeld liegt, ist dieses Ziel schon erreicht. 40 Prozent der Juniorprofessuren sind mit Forscherinnen besetzt. Bundesweit sind heute nur rund 16 Prozent der Professorenschaft weiblich.

Redaktion

Meike Drießen
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Dr. Masha Gerding, Gleichstellungsbeauftragte der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27837
http://www.rub.de/gleichstellungsbuero gleichstellungsbuero@rub.de

 

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