Olympia im „Blick“
Skialpin: Augenchecks bei RUB-Sportmedizinern
Jeder fünfte Leistungssportler ist fehlsichtig
Anteil im Freizeitsport noch höher
Etwa 20 Prozent aller von der RUB-Arbeitsgruppe untersuchten Profis in verschiedenen Sportarten betreiben ihren Sport fehlsichtig – ohne eigentlich erforderliche Sehhilfe oder aber mit unzureichender (schlechter) Korrektion. Das ist das Ergebnis der visuellen Leistungsdiagnostiken u. a. mit Fußballern, Hockey-, Tischtennis- und Baseballspielern sowie Skifahrern. „In noch stärkerem Maße gilt das auch für den Freizeitsport“, sagt Dr. Gernot Jendrusch. „Hier müssen rund 30 Prozent der Freizeitsportler als fehlsichtig eingestuft und eigentlich mit einer angemessenen Sehhilfe ausgestattet werden.“
Umfangreicher Check bei den Profis
Beim Thema „Gutes Sehen“ überließ der Deutsche Skiverband (DSV) nichts dem Zufall. So standen auch vor Olympia – gefördert von der Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS) – für die Athleten gründliche Augenchecks auf dem Programm. Für jeden Skifahrer erstellten die Wissenschaftler ein visuelles Leistungsprofil. Sie prüften, ob eine Fehlsichtigkeit vorliegt (Kurz- oder Weitsichtigkeit) und untersuchten u. a. die Sehschärfe (Visus), das Kontrastsehen, das Stereosehen und Tiefensehvermögen, die Bewegungswahrnehmung, die blickmotorische Leistungsfähigkeit, das Gesichtsfeld, die Augendominanz sowie das Farbsehvermögen.
Fehlsichtigkeit rechtzeitig korrigiert
Mit dem Keratograph diagnostizierten die Forscher die Hornhaut der Profis (inkl. Hornhauttopographie), um z. B. Hornhautverkrümmungen nachzuweisen, die die Sehleistung mindern können. Individuelle Defizite einzelner Skifahrer im visuellen Bereich wurden – wenn notwendig – noch rechtzeitig vor den Olympischen Spielen optimal korrigiert – meist mit speziellen Kontaktlinsen. Über ein jahrelang aufgebautes Netzwerk von sportophthalmologisch ausgewiesenen Fachärzten und Kontaktlinsenspezialisten können die Bochumer Sportmediziner den Athleten zudem Experten in Heimatnähe zur weiteren optimalen Betreuung empfehlen.
Der „kleine“ Unterschied
Mittlerweile haben auch Nationalmannschaften wie die deutschen Hockey-Teams, die Tischtennisnationalmannschaften, das deutsche Baseballteam, aber auch die Fußballprofis z. B. des VfL Bochum 1848 oder der TSG 1899 Hoffenheim die Bedeutung guten Sehens für ihre Sportarten erkannt. Sie wissen, dass optimale Seh- und Wahrnehmungsleistung den – oft nur kleinen – Unterschied zwischen Gewinnen und Verlieren ausmachen kann. Deshalb nutzen sie die Kompetenz und Erfahrung von „Augen-Profis“ um sicherzustellen, dass die sportliche Leistung nicht durch Fehlsichtigkeiten beeinträchtigt wird.




