Die Vernunft der Bilder: Gewalt und Menschenrechte

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Nummer 34 - Bochum, 05.02.2010

Die Vernunft der Bilder: Gewalt und Menschenrechte

Fachübergreifende Tagung und Ausstellung in der RUB

Konkret: Die Darstellung des Abstrakten in der Kunst

Schüler verprügeln ihre Mitschüler vor laufender Handykamera, Bilder missbrauchter Kinder werden im Internet gehandelt – im digitalen Zeitalter erreicht die Darstellung von Gewalt neue Formen und Ausprägungen. Sind Kunst und Medien hier machtlos, angemessen darauf zu reagieren? Wie kann Kunst so etwas Abstraktes wie Menschenwürde und -rechte nicht nur „zeigen“, sondern sogar vermitteln? Um „Die Vernunft der Bilder: Gewalt und Menschenrechte“ geht es auf einer fachübergreifenden Tagung mit Wissenschaftlern und Künstlern am 11. und 12. Februar in der RUB (Situation Kunst in Bochum-Weitmar, Kunstsammlung Moderne der RUB). Begleitet wird die Tagung von der Ausstellung „Krieg und Gewalt. Vorahnung, Reflexion und Spur im Bild“, die bis Ende Februar in der Situation Kunst zu sehen ist.

Programm im Internet

Das ausführliche Programm der Tagung steht im Internet unter

http://www.situation-kunst.de/dievernunftderbildergewalt.htm

Die Ethik des Bildes

Die Geschichte ist seit Jahrhunderten begleitet von einem unauslöschlichen Schatten der Gewalt. Das betrifft nicht nur die Darstellungen von Gewalt in zahlreichen Topoi und Bildsujets, sondern auch die Frage nach den Auswirkungen von Bildern auf das reale Leben. Die klassische Aufteilung in eine Logik der Bilder, die „zeigen“, und eine Vernunft des Denkens, das reflektiv „analysieren“ und „begründen“ kann, hat die jahrhundertealte „Entwertung“ von Bildern vertieft. Bildern wurde eine „Vernunft“ abgesprochen, zumal sie offensichtlich scheitern, wenn es um die Darstellung abstrakter Sachverhalte geht (z.B. Menschenwürde). Können Rechte oder ethische Ansprüche überhaupt angemessen ins Bild gebracht werden? Sollte sich das Bild nicht vielmehr mit „Evidenz“ begnügen? Nicht nur Künstler, sondern auch Philosophen und Wissenschaftler benachbarter Disziplinen sprechen in letzter Zeit vermehrt von einer „Ethik des Bildes“. So gibt die berühmte Künstlerin Marina Abramović in Abgrenzung von Platon zu verstehen, dass eine „Kunst ohne Ethik“ nichts weiter als eine Kosmetik sei.

Zeigen, verkörpern, wirken

Philosophen, Theologen, Kultur- und Medienwissenschaftler sowie international renommierte Künstler (z. B. Prof. Mischa Kuball und Bernd Schindowski) kommen auf der Tagung in Bochum zusammen, um die Ethik der Bilder zu diskutieren und Perspektiven für die moderne Kunst aufzuzeigen. In drei Themenblöcken geht es darum, wie Kunst Rechte überhaupt „sichtbar“ macht, wie sie Rechte „verkörpern“ kann und schließlich, wie die Darstellung von Rechten in den Künsten „wirkt“.

Redaktion

Jens Wylkop
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Antje Kapust, Institut für Philosophie der RUB, Tel. 0234/32-24734
antje.kapust@rub.de