Der Teufel steckt in der Minze

Der Teufel steckt in der Minze

04.08.2016
© RUB, Marquard
Sommerzeit ist Erntezeit – Kolja Schmidt hat ein paar Kartoffeln zu Tage befördert.

Treffen sich ein Germanist und ein Biologe im Studigarten. So fängt kein Witz an, sondern die Erntezeit auf den hiesigen Beeten.

Grüne Idylle am Rande des Campus

Entspannt steht Kolja Schmidt neben dem Obst- und Gemüsebeet. Mit den Armen stützt er sich lässig auf eine Schaufel. Es ist heiß an diesem Freitagnachmittag, bei 25 Grad und praller Sonne kann Gartenarbeit schwerfallen. Kolja Schmidt macht sie in erster Linie Spaß. „Sehr meditativ“, sagt er.

Schmidt ist mitten im RUB-Studigarten, der idyllisch auf einer Wiese neben der Kindertagesstätte liegt. „Wir haben in den vergangenen Wochen einiges geerntet“, erzählt der Germanistik-Student. „Kartoffeln, Salate, Erbsen. Gerade Minze wächst wie der Teufel, und von den Erdbeeren haben wir Unmengen.“

Viele neue Hobbygärtner

Die Idee für den Garten hatte Martin Wilken, ehemaliger Vorsitzender des Allgemeinen Studierenausschusses (Asta). Gemeinsam mit weiteren Hobbygärtnern hat er im Sommer 2015 einen Verein gegründet. Einen Grundstock an Geräten und Samenkeimen haben sie vom Asta und Botanischen Garten erhalten. Regelmäßig treffen sich die Mitglieder und besprechen, was gepflanzt und geerntet werden kann. Viele Neue seien seitdem hinzugekommen, erzählt Schmidt, der von Anfang an dabei war: „so um die 25“.

Schmidt ist nicht alleine im Studigarten. Neben ihm steht Mareike Wunderwald, die für Creditpoints gärtnert. Eigentlich studiert sie Archäologie im fünften Semester. Für den Optionalbereich hat Wunderwald bei Prof. Dr. Thomas Stützel einen Gärtnerkurs belegt, extra für Nicht-Biologen. Auf dem Stundenplan stehen mittwochs Theorie und freitags Praxis im Studigarten.

„Das ist nichts, was man verlernt“

„Das Schöne ist, dass man schnell Ergebnisse sieht. Was wir im Kurs lernen, können wir direkt umsetzen. Zum Beispiel wie man ein Himbeergerüst baut“, sagt Wunderwald begeistert. Für sie zählen längst nicht nur die Creditpoints. „Das ist nichts, was man verlernt. Das Wissen über Gartenarbeit kann man immer gebrauchen.“ Zwar sei das regelmäßige Bepflanzen, Wässern und Ernten auch eine Menge Arbeit. Aber: „Man kann gut abschalten und entspannen.“

Mittlerweile ist ein echter Biologe in den Studigarten hinzugekommen. „Lehramtsstudierende der Biologie können hier Schulgartenprojekte als Teil ihrer fachdidaktischen Ausbildung machen“, erklärt Dennise Bauer. Er promoviert am Lehrstuhl für Evolution und Biodiversität der Pflanzen. Und unterstützt das Gartenteam seitdem mit seinem Praxiswissen. Bauer ist gelernter Gärtner, hat vor seinem Studium zehn Jahre in dem Beruf gearbeitet.

Großer Dank an alle Helfer

Und wie soll es weitergehen mit dem Studigarten? „Wir freuen uns immer über neue Vereinsmitglieder oder sonstige Unterstützer“, betont Kolja Schmidt. Auch eine Neuauflage des Kurses im Optionalbereich soll es geben. Außerdem planen die Vereinsmitglieder des Studigartens ein kleines Erntedankfest: „Wir wollen uns bei allen Helfern bedanken“, sagt Schmidt, der in der Zwischenzeit einige Kartoffeln geerntet hat. „Ohne die hätten wir das alles so nicht realisieren können.“

Redaktion: Laura Collmann

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Informationen zum Studigarten

Wer im Studigarten Schaufel oder Haken in die Hand nehmen möchte, kann sich über die Facebook-Seite des Vereins oder studigarten@gmail.com melden.