Ein Bug für den Hafen im Meer des Wissens

Ein Bug für den Hafen im Meer des Wissens

19.07.2016
© RUB, Marquard
Thomas Eiskirch (links) und Axel Schölmerich freuen sich über den künstlerischen Bug.

Er ist groß, geschwungen und dreht sich pausenlos um die eigene Achse – in der ehemaligen Krypta der Silvesterkapelle sorgt ein Schiffsrumpf für Aufsehen.

Zeitgenössische Bildhauerei

Im Skulpturenpark von Haus Weitmar können Kunstliebhaber ab sofort ein besonderes Werk zeitgenössischer Bildhauerei betrachten: Die Skulptur „Prow“ des britisch-amerikanischen Künstlers William Tucker ist dauerhaft in der ehemaligen Krypta der Silvesterkapelle ausgestellt.

Gemeinsam mit zahlreichen Gästen hat die Stiftung Situation Kunst das Werk am 18. Juli 2016 feierlich eingeweiht. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und RUB-Rektor Prof. Dr. Axel Schölmerich sprachen Grußworte.

Zusammenspiel mit dem Raum

„Prow“ heißt wörtlich übersetzt „Bug“. Ein passendes Bild, fand Schölmerich: „Schließlich sprechen wir bei der Architektur des RUB-Campus oft metaphorisch von einem Hafen im Meer des Wissens.“

Dieser Bug ist abstrakt dargestellt und auf einem langsam rotierenden Sockel platziert. Eine besondere Wirkung entfaltet die Skulptur im Zusammenspiel mit der räumlichen Umgebung. Denn die geschwungene Neigung des Bronzegusses harmoniert mit dem gebogenen Mauerwerk des Kirchengewölbes – ein Dialog zwischen Architektur und Kunst entsteht.

Kunststadt Bochum

Auch Eiskirch fand das Ergebnis beeindruckend: Kurzerhand rief er Bochum zur „Kunststadt im Herzen des Ruhrgebiets“ aus. Rektor Schölmerich verbindet mit den Skulpturen von William Tucker besondere Erinnerungen. Beim Stöbern im Haus seiner Eltern habe er einen Ausstellungskatalog der Documenta 1968 gefunden. „Das war das erste Mal, dass ich als junger Mensch bei einem solchen Kunstereignis war. Dort habe ich die Werke von William Tucker kennengelernt“, erzählte der gebürtige Marburger.

William Tucker

Tucker gehört zu den wichtigsten Vertretern zeitgenössischer Bildhauerei. 1935 in Ägypten als Sohn eines britischen Offiziers geboren, etablierte er sich in den 1960er-Jahren in England als erfolgreicher Bildhauer. Ende der 1970er-Jahre siedelte er in die USA über und arbeitete zunächst in New York. Seine Werke gehören unter anderem zur Sammlung der Tate Gallery in London und dem Museum of Modern Art in New York.

Besichtigung rund um die Uhr

Die Skulptur wurde als Dauerleihgabe aus Privatbesitz an die Stiftung Situation Kunst übergeben. Zuletzt war sie in einer der großen Einzelausstellungen des Künstlers im Kunstmuseum Winterthur zu sehen. Ab sofort können Besucher die Skulptur hinter einer verschlossenen Glastür durchgängig besichtigen.

Redaktion: Laura Collmann