Chemieprofessorin der RUB erhält europäischen Forschungspreis

Chemieprofessorin der RUB erhält europäischen Forschungspreis

13.07.2016
© RUB, Kramer
Enrica Bordignon verstärkt seit April 2016 das Forscherteam des Exzellenzclusters Resolv der RUB.

Die Struktur von Proteinen ist nicht in Stein gemeißelt. Doch wie ändern sie ihre Dynamik und Funktionsweise?

Seit April 2016 bei Resolv

Prof. Dr. Enrica Bordignon hat am 3. Juli 2016 im dänischen Aarhus den AMPERE-Preis erhalten. Damit würdigt der gleichnamige europäische Verbund ihre herausragenden Forschungsarbeiten zur magnetischen Resonanz.

Die italienische Chemikerin ist seit April 2016 Professorin im Exzellenzcluster Resolv der RUB und leitet den Lehrstuhl für Elektronenspinresonanz-Spektroskopie. Die Resolv-Wissenschaftler begreifen Lösungsmittel – insbesondere Wasser – als aktiven Teil chemischer Reaktionen und erforschen, wie diese Reaktionen den Ablauf von chemischen und biologischen Prozessen beeinflussen.

Programmierter Zelltod

Enrica Bordignon erforscht die räumliche Struktur von Proteinen mittels Elektronenspinresonanz-Spektroskopie. Sie fragt, wie Proteine zum Beispiel ihre Funktionsweise verändern können. Der Fokus liegt unter anderem auf der Apoptose, einer Form des programmierten Zelltods. Ferner untersucht die Chemikerin, warum und wie bestimmte Proteine Krebszellen dabei helfen, Resistenzen gegen Medikamente in der Krebstherapie, sogenannte Chemotherapeutika, zu bilden.

„Die RUB und Resolv haben mir exzellente Möglichkeiten für die Protein-Forschung geboten, um meine wissenschaftlichen Ziele zu erreichen“, bedankt sich Bordignon. Vor ihrer Professur in Bochum war sie von 2008 bis 2013 wissenschaftliche Assistentin an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, ehe sie als Professorin für Biophysik an die Freie Universität Berlin wechselte.
 

AMPERE-Preis

Mit seiner Auszeichnung ehrt der AMPERE-Verbund herausragende Leistungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zur magnetischen Spinresonanz forschen. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Der Verbund, auch als Groupement AMPERE (Atomes et Molécules Par Études Radio-Électriques) bekannt, wurde 1952 in Frankreich gegründet. Er ist europaweit der größte Zusammenschluss internationaler Wissenschaftler, die in der Kernspinresonanz- und Elektronenspinresonanz-Spektroskopie forschen und neue Methoden sowie Technologien entwickeln.

Redaktion: Laura Collmann