RUB-Ensembles begeistern beim Semesterkonzert

RUB-Ensembles begeistern beim Semesterkonzert

06.07.2016
© MZ-Musik
Eines der RUB-Ensembles: Uni-Brass spielte gleich zu Beginn den „Feierlichen Einzug“ von Strauss.

Musik von vier herausragenden Komponisten zum Semesterabschluss − und dennoch sorgte ausgerechnet eine der prämierten Doktorarbeiten für Raunen im Publikum.

Schon ein Blick auf das Programm versprach einen Abend mit musikalischem Hochgenuss: Richard Strauss, Johannes Brahms, Max Reger und Wilhelm Berger sind die Namen großer Komponisten. Und deren Stücke präsentierten die Chöre und Orchester der RUB beim Semesterkonzert.

Premiere für den Kammerchor

Zahlreiche Gäste kamen am 5. Juli zum musikalischen Semesterabschluss ins Audimax. Unter der Leitung von Nikolaus Müller trat neben Uni-Brass, Universitätschor und -orchester erstmals der neu zusammengestellte Kammerchor der RUB auf.

Enttäuscht wurde an diesem Abend niemand: Die Ensembles präsentierten dem Publikum eine Vielfalt klassischer Werke. Gekonnt setzten die Musiker anspruchsvolle Stücke um. Das Publikum dankte ihnen bereits zur Pause mit großem Beifall. Ein Highlight an diesem Abend war die „Suite im Alten Stil“ von Max Reger. Hier war allerdings auch Durchhaltevermögen gefragt: Ganze 25 Minuten dauerte das Stück in drei Sätzen, die Musiker brillierten bis zum Schluss.

Auszeichnungen für drei Abschlussarbeiten

Traditionell hat die RUB vor dem Semesterkonzert drei Absolventen für ihre herausragenden Leistungen geehrt. Die Universitätspreise stiftete die Gesellschaft der Freunde der Ruhr-Universität (GDF), sie gingen in diesem Jahr an drei Doktoranden. Die Auszeichnungen überreichten die Prorektorin für Lehre und Weiterbildung, Prof. Dr. Kornelia Freitag, und der Geschäftsführer der GDF, Prof. Dr. Ulf Eysel.

Dr. Robert Pauls wurde an der Fakultät für Ostasienwissenschaft promoviert und erhielt den Wilhelm-Hollenberg-Preis. In seiner Dissertation untersucht er, wie die sozialistische Marktwirtschaft in China die kapitalistische Entwicklung des Landes begünstigt, aber auch Krisentendenzen ausgelöst hat. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Jörn-Carsten Gottwald.

Den Dr.-Klaus-Marquardt-Preis verlieh die GDF an Dr. Julia Velten. Sie verfasste ihre Doktorarbeit an der Fakultät für Psychologie und wurde dort von Prof. Dr. Jürgen Margraf betreut. Velten beschäftigt sich mit der Frage, wie Frauen Sex erleben und sich dabei verhalten: Reize und Bedrohungen haben einen großen Einfluss, wie intensiv eine Frau ihre Sexualität empfindet und auslebt. Ein Thema, das aufhorchen ließ: Bei der Vorstellung der Arbeit ging ein Raunen durch die Ränge.

Preisträger des Dr.-Heinrich-Kost-Preises ist Dr. Paolo Costa von der Fakultät für Chemie und Biochemie. Er erforschte für seine Doktorarbeit das Zusammenspiel von Lösungsmitteln und reaktiven Zwischenstufen auf molekularer Ebene. Costa verwendete Wasser, um hochreaktive organische Ionen herzustellen. Ihm gelang es, Ionen herzustellen, die auch bei niedrigen Temperaturen bis knapp über den absoluten Nullpunkt stabil bleiben. Betreut wurde die Dissertation von Prof. Dr. Wolfram Sander.

Text: Laura Collmann


Alle vereint auf einem Bild: Kornelia Freitag und Ulf Eysel überreichten Robert Pauls den Wilhelm-Hollenberg-Preis. Mit ihnen freut sich, auf der rechten Seite, Betreuer Jörn-Carsten Gottwald.



Stellvertretend für Julia Velten nahm Betreuer Jürgen Margraf den Preis entgegen.



Auch Paolo Costa erhielt seine Auszeichnung von Kornelia Freitag und Ulf Eysel. Auf dem Bild fehlt sein Betreuer Wolfram Sander.