Eickhoffpreise für herausragende Doktorarbeiten

Eickhoffpreise für herausragende Doktorarbeiten

01.07.2016
© RUB, Kramer
Gruppenbild mit neun Köpfen und von links nach rechts: Prof. Dr. Thorsten Holz, Prof. Dr. Peter Awakowicz, Eickhoff-Geschäftsführer Dr. Paul Rheinländer, Forschungsprorektor Prof. Dr. Andreas Ostendorf, Dr. Felix Schuster, Prof. Dr. Roland Span, Dr. Andreas Jäger, Kanzlerin Dr. Christina Reinhardt und Bürgermeisterin Erika Stahl

Hintertürchen für Angreifer beim Cloud Computing und Wissenslücken über Stoffe in der gasförmigen, flüssigen und festen Phase schließen – dafür gab es in diesem Jahr die Eickhoff-Preise an zwei RUB-Forscher.

Für ihre herausragenden Doktorarbeiten erhielten Dr. Felix Schuster und Dr. Andreas Jäger den diesjährigen Gebrüder Eickhoff-Preis. Felix Schuster entwickelte ein Verfahren, das Daten beim Cloud Computing sicherer macht. Andreas Jäger untersuchte Stoffe in verschiedenen Aggregatzuständen und erarbeitete so bisher fehlendes Wissen, das für die Planung von energie- und verfahrenstechnischen Prozessen bedeutend ist, zum Beispiel für den Transport von Gas durch Pipelines.

Verfahren ist inzwischen patentiert

Wandert die Software von lokalen IT-Systemen in die Cloud, ergeben sich für Angreifer viele Möglichkeiten. Wie sich Software beim Cloud Computing absichern lässt, untersuchte Felix Schuster in seiner Dissertation. Zunächst analysierte er bislang gängige Schutzmaßnahmen für Software und ihre Schwachstellen und entwickelte ein Verfahren, das gezielt unbekannte Hintertüren in Software auffindet. Außerdem zeigt er in seiner Arbeit ein mittlerweile patentiertes effizientes Verfahren, das Daten und Programmcode während der Verarbeitung in der Cloud beweisbar geheim hält und vor Manipulationen schützt.

Kohlenstoffabscheidung und Gastransport in der Pipeline

Für verschiedene verfahrenstechnische Prozesse wie zum Beispiel die Abscheidung von Kohlenstoffdioxid (CO2) aus Kraftwerksprozessen (Carbon Capture and Storage, CCS) oder den Transport von Erdgas in Pipelines muss man die Stoffdaten der beteiligten Elemente genau kennen. Für die gasförmige und flüssige Phase vieler reiner Stoffe und Gemische gibt es sehr genaue Zustandsgleichungen, so genannte Helmholtz-Gleichungen. Für Feststoffe in Gemischen gab es bisher keine zu den Helmholtz-Gleichungen konsistenten Modelle.

In Stoffdatensoftware eingebunden

Andreas Jäger untersuchte in seiner Dissertation für CCS- und Erdgasprozesse feste Phasen von Gemischen der Hauptkomponenten dieser Prozesse: Kohlenstoffdioxid, Stickstoff, Sauerstoff, Argon, Kohlenstoffmonoxid, Methan, Ethan, Propan und Wasser. Er entwickelte dazu Zustandsgleichungen für Gashydrate dieser Komponenten und eine Zustandsgleichung für festes CO2. Außerdem erarbeitete er Phasengleichgewichtsalgorithmen, mit denen Phasengleichgewichte von bis zu drei der betrachteten flüssigen und festen Phasen berechnet werden können. Diese Algorithmen wurden in eine Stoffdatensoftware eingebunden, die am Lehrstuhl für Thermodynamik der Ruhr-Universität Bochum entwickelt wird.